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Zeit etwas zu verändern

Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland, dargestellt als farbige Streifen, zum Stand 2019
Es wird wärmer bei uns – Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland –

Es wird wärmer und wärmer! Mittlerweile ist auch bei uns angekommen, dass sich etwas ändern muss. Wie können uns nicht mehr rausreden. Es braucht einen Wandel im Verhalten, Denken und Wirtschaften – bei jedem Einzelnen von uns. Das fällt schwer, wenn gleichzeitig das Konsumieren immer leichter wird. Dieser Blog soll etwas dazu beitragen, Denkanstöße zu geben, um bei einem selbst anfangen zu können.

Wer schreibt hier und warum?

Mein Name ist Jakob und ich beschäftige mich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema Erneuerbare Energien und dem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Beruflich bin ich im Bereich der Windenergie zu Hause. Für mich ist das Technik zum anfassen, da dreht sich was und unten kommt Strom raus. Solartechnik ist auch spannend, doch wie so eine Solarzelle funktioniert lässt sich viel schwerer erklären. Aber auch wenn Strom aus erneuerbaren Quellen nur ein Baustein von den grundlegenden Veränderungen ist, die nötig sein werden um das Klima auf unserer Erde wieder zu stabilisieren, kenne ich aus meiner täglichen Arbeit auch die vielen Fragen und Bedenken, die diesem Thema entgegenschlagen. Ein Phänomen ist der Nimby (Not in my backyard). Der Nimby ist weit verbreitet und findet sich überall dort, wo irgendwas verändert werden soll. Ob es nun eine Straße, eine Flüchtlingsunterkunft oder eben ein Windrad sein soll – Im Grunde hat der Nimby nichts gegen Veränderungen – solange sie nicht in seiner Nähe stattfinden. Doch die Veränderungen des Klimawandels werden uns alle betreffen und auch in unserer direkten Umgebung spürbar sein. 

Es braucht viele kleine Veränderungen und ich sehe sie gern als kleine Projekte. Der Klimawandel und was damit alles zusammenhängt ist die Aufgabe unserer Zeit und schaffen wir es nicht, diese vernünftig zu lösen, werden es kommende Generationen viel schwerer haben. Davor kann man leicht kapitulieren, weil man selbst ja doch nichts bewirken kann. Aber zerlegt man jedes Projekt in kleine Abschnitte, lassen sich auch so gigantische Aufgaben wie der Klimawandel, angehen und am Ende lösen. 

Blick ins Portfolio – Mai

Seit einigen Monaten habe ich ein zweites Depot, um aktiver mit Aktien und ETFs handeln zu können. Mein Gedanke war, dass es ja nicht viel Sinn macht, Geld nur auf dem Tagesgeldkonto zu lassen, wenn ein Teil davon auch an anderer Stelle für mich arbeiten könnte. Außerdem wollte ich mich bewusster mit nachhaltigen Investments auseinandersetzen. Dabei bin ich auf die Seite der ECOreporter gestoßen, wo es gute Analysen der verschiedenen Aktientitel gibt. Ich muss zugeben, dass mir etwas Hilfe ganz gut tut, denn ich bin eher impulsiv beim investieren, was ja nicht so gut ist. Wenn andere in Panik geraten, lasse ich mich davon leicht anstecken.

Als der Hype um Kryptowährungen anfing in der Presse erste Wellen zu schlagen, vor ein paar Jahren, habe ich das erste Mal angefangen aktiver zu handeln. Ich habe mir ein Konto bei einer Handelsplattform angelegt, gut 200 Euro investiert und mich in die Chartanalyse eingelesen. Manchmal dachte ich, dass ich den Dreh ganz gut raus hatte, doch vermutlich waren es eher Glück und generell steigende Kurse, die mir nach einigen Monaten etwas mehr als 100% Gewinn einbrachten. Ich dachte natürlich, dass ich jetzt wüsste wie es geht und habe mein Weihnachtsgeld investiert, nur um dann im Januar den Absturz von Bitcoin direkt mitzuerleben. Weil alle anderen Kurse auch im Sturzflug waren bzw. nur noch zitternde Seitwärtsbewegungen machten, waren keine wirklichen Gewinne mehr möglich. Glücklicherweise habe ich die Anteile dann liegen gelassen und sie nicht so weit unter Wert wieder in Euro zurückgetauscht. Jetzt, wo der Bitcoin-Kurs in neuen Höhen ist, sind die paar Euro, die ich damals investiert hatte, wieder ganz gut angewachsen. Doch ich lasse sie jetzt einfach liegen, denn der Kurs ist viel zu hoch um noch etwas nachzukaufen und zum aktiven Handeln fehlt mir die Zeit.

Handeln macht sich nicht von allein – Photo by Austin Distel on Unsplash

Richtig zu handeln kostet viel Zeit. Das war eigentlich die wichtigste Lektion, die mich das Handeln mit Kryptowährungen gelehrt hat. Nachdem ich mich etwas in das Thema eingelesen hatte, habe ich gleich bei den ersten Käufen den Rausch und auch die Sorgen erlebt, wenn die Kurse steigen oder fallen. Ich glaubte zwar, die verschiedenen Signale zu erkennen und entsprechend zu deuten, aber letztlich war das nicht mehr als bewusstes Würfeln. Nicht ohne Grund ist das Handeln ein richtiger Beruf. Ich musste mir eingestehen, dass ich dass nicht einfach so nebenbei machen konnte, wenn ich mehr als zufällige Gewinne erzielen wollte. Und natürlich habe ich mich auch dazu verleiten lassen, bei stark fallenden Kursen schnell zu verkaufen anstatt den Markt besser zu beobachten. So laienhaft wie ich das aktive Handeln betrieben habe, war es nicht viel mehr als ein Glücksspiel.

Doch so ganz kann ich nicht davon lassen. Zu sehr locken auch die Gewinne, die sich mit einzelnen Aktienoptionen erzielen lassen. Deshalb habe ich mir vor einigen Monaten ein Depot bei einer dieser Firmen zugelegt, die in den Sozialen Medien viel Werbung machen. Mir ist eine vernünftige App wichtig, denn mit dem Depot bei meiner Bank bin ich nie so richtig warm geworden. Zugegeben, als ich das Depot damals dort hatte, habe ich mich kaum mit dem Thema beschäftigt und nach den Kurssprüngen der Gamestop-Aktie, wo auch mein Depotanbieter den Handel gedrosselt hatte, habe ich mir wieder ein Depot bei meiner Bank zugelegt.

Ich möchte in meinem Depot nur Positionen haben, die aus meiner Sicht nachhaltig sind und von denen ich mir gute Gewinne verspreche. Entweder weil ich die Unternehmen kenne und ahne, dass es denen in Zukunft gut gehen könnte, oder weil die Unternehmen Vertreter von Branchen sind, denen es gerade ganz gut geht. Aber manches ist sicher auch hier nur Würfeln auf teurem Niveau.

Achtung: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder -empfehlung dar und sind kein Angebot und keine Werbung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anteilen an einem der auf dieser Website genannten Investmentfonds oder sonstigen Finanzinstrumenten. Die hier gezeigten Informationen ersetzen keine geeignete anleger- und produktbezogene Beratung. Wenn es Zweifel hinsichtlich der dargestellten Informationen gibt, dann wendet Euch an Euren Finanzberater. Wer ähnliche Positionen in sein Depot aufnehmen möchte, muss dies auf eigenes Risiko machen!

Ich handele momentan nicht wirklich in meinem Depot. Über einen Sparplan kaufe ich dort einen ETF und ansonsten habe ich einen monatlichen Dauerauftrag um einen kleinen Betrag dort anzulegen. Wenn immer etwas zusammen gekommen ist, dann kaufe ich Aktien, die mir gerade sinnvoll erscheinen. Von einer Position habe ich mich schnell wieder getrennt, Senvion, weil der Kauf doch nicht so schlau erschien. Senvion war mal eine großer Hersteller von Windenergieanlagen, einst hießen sie RePower, dann verloren sie die Namensrechte und mussten vor gut zwei Jahren Insolvenz anmelden. Die Aktie ist billig, um die 20 Cent und vor ein paar Wochen gab es einen Kurssprung auf 60 Cent. Ich habe natürlich zu spät gekauft und dann ein paar Meldungen gelesen, dass dieses Kursfeuer doch eher ein letztes Aufflackern war.

Ein Blick in mein Depot

Neben einem ETF, dem Global Clean Energy, von dem ich monatlich über einen Sparplan für 30 Euro Anteile kaufe, habe ich die folgenden Aktien in meinem Depot.

  • Vestas ist ein dänischer Hersteller von Windenergieanlagen. Weil ich bisher in meiner Arbeit hauptsächlich mit Anlagen dieses Herstellers zu tun habe und mir das Unternehmen irgendwie sympathisch ist, habe ich die Pressemeldungen der letzten Zeit auch stärker verfolgt. Windenergie boomt ja weltweit und da spielt Vestas gut mit, weil die Anlagen gut sind und auch der Service zuverlässig ist. Die Aktie ist eine der teuersten in meinem Depot, aktuell um die 180 Euro, aber nach einer Talfahrt entwickelt sich der Kurs gerade wieder gut.
  • Von NIO habe ich in einem Zeitungsartikel gelesen und dort wurde die Firma als der Tesla Chinas benannt. Ich hatte vorher noch nie von der Firma gehört. Doch die Autos sehen schick aus und besonders deren Ladekonzepte finde ich spannend. Die haben so eine Art Garage entwickelt, wo man reinfährt, das Auto auf eine Hebebühne kommt, ein Roboter den Akku rausnimmt und einen neuen reinsteckt. Damit geht das „Aufladen“ viel schneller. Natürlich braucht es dafür eine entsprechende Infrastruktur und die ist in China vermutlich einfacher zu erschaffen als in Europa. Aber solche Vorreiter können vielleicht Trends setzen in der noch jungen Branche.
  • Die Firma PNE macht Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien in Deutschland und als einer der Großen im Lande, haben sie auch das Potenzial gute Projekte umzusetzen. Jetzt, wo der Preisdruck auf Projekte zunimmt, werden es eher die Großen sein, die dem standhalten können. Die Aktie hat sich im Laufe des letzten Jahres gut entwickelt, doch ich habe noch nicht viel Gewinn damit gemacht. Weil die allgemeine Lage in der Windbranche noch angespannt ist, hoffe ich hier auf eine bessere Zukunft.
  • Plug Power ist ein Hersteller von Brennstoffzellen, der ganz gute Kursentwicklungen hatte. Vielleicht habe ich aber hier den günstigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpasst. Da muss ich mal genauer nachlesen.
  • Nordex ist auch ein Hersteller von Windenergieanlagen, etwas günstiger als Vestas, wird auch nicht so oft gekauft. Aber die machen auch gute Anlagen und letztlich ist es immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wer gerade die bessere Anlage hat und wessen Anlagen deshalb eher bestellt werden.
  • Ein anderer Internetfund ist die Nilfisk Holding, ein dänischer Hersteller von Reinigungsgeräten. Dagegen ist aus Sicht von nachhaltigen Investments ja nichts zu sagen und die Gewinne sind ganz ordentlich gewesen im letzten Jahr. Für mich ist es eher ein Unternehmen, um etwas Streuung in das Depot zu bringen.
  • L’Occitane ist auch ein Tipp aus dem Internet, ein Hersteller von Naturkosmetik. Ich habe aber keinen besonderen Bezug zu der Firma. Die Aktie kostet nur ein paar Euro und hat sich im letzten Jahr gut entwickelt. Und weil der Trend mit Naturkosmetik anhalten wird, sollte das auch gut weitergehen.
  • Iberdrola ist einer der großen europäischen Energieversorger, mit Projekten in aller Welt und riesigen Wachstumsplänen. Und weil ich eine besondere Beziehung zu dem Unternehmen habe, wollte ich ein paar Aktien kaufen. Doch der Kurs entwickelt sich nicht so prächtig, so dass ich vermutlich nichts nachkaufen werde.
  • Mit der Firma Encavis hatte ich ein paar Berührungspunkte. Das Unternehmen investiert in Solar- und Windparks, betreibt diese auch und macht die Betriebsführung. Der Kurs ist aber gerade etwas eingebrochen.
  • Die Umweltbank habe ich auch zur Streuung mit in mein Depot genommen. Viele Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien werden entweder mit Krediten der DKB oder der Umweltbank finanziert. Mehr Projekte gleich mehr Kredite gleich mehr Gewinn für die Bank. Mal sehen ob diese Rechnung so aufgeht.
  • Das norwegische Finanzunternehmen Storebrand ist auch so ein Internetfund, die viel im Bereich Erneuerbare Energien machen sollen. Doch ich muss mich noch stärker mit dem Unternehmen beschäftigen.
  • ReneSola ist ein ein weltweit führender Entwickler und Betreiber von Solarprojekten. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung, das Baumanagement und die Finanzierung von Solarprojekten. Die Aktie ist nicht teuer und hat im letzten Jahr große Gewinne gemacht und steht nach einem Kurseinbruch immer noch sehr gut da. Weil Solar weltweit boomt gehe ich davon aus, dass sich der Kurs weiter erholen wird.
  • Auch ein Tipp aus dem Internet ist REC Silicon. Der norwegische Hersteller von Silizium, der überwiegend in den USA produziert, profitiert von der Nachfrage nach Silizium für Akkus. Mehr E-Mobilität bedeutet für die nächsten Jahre auch mehr Bedarf an Silizium. Der Abbau steht ja etwas in der Kritik, weil dafür viel Wasser benötigt wird. Man kann darüber diskutieren, ob diese Aktie in ein nachhaltiges Depot gehört. Ich denke, dass wir für den Umstieg auf einen nachhaltigeren Konsum so schnell wie möglich weg von fossilen Brennstoffen kommen müssen. Der Abbau von Silizium für mehr Akkus ist deshalb ein notwendiges Übel, das lokal für Probleme sorgt, dem großen Ganzen aber nützt. Mittelfristig wird es andere Alternativen geben, Feststoffbatterien und auch ein Recycling von Silizium.
  • GCL Poly Energy ist eine weitere Firma im Bereich der Produktion von Silizium, aus China. Das Unternehmen produziert aber auch Solarzellen und macht Solarprojekte.

Ich habe mir vorgenommen in regelmäßigen Abständen den Bestand meines Depots hier darzustellen und so andere etwas zu inspirieren, mehr Nachhaltigkeit im eigenen Depot zu fördern. Da ich kein Händler bin, der jeden Tag oder sogar mehrmals täglich die Kurse checkt, werde ich sicher die ein oder andere Entwicklung verschlafen. Hoffentlich schlägt es dann durch die Streuung nicht so ins Gewicht.

Mit gutem Gewissen investieren

Beim Einkauf achten wir auf verschiedene Siegel oder gehen gleich in den gut sortierten Bioladen. Wir suchen auf den Verpackungen im Kleingedruckten und stellen auch mal wieder was zurück, was wir eigentlich nicht unterstützen wollen. Bei Obst und Gemüse achten wir darauf, dass die Sachen nicht ewig weit gereist sind, bevor sie bei uns im Einkaufsbeutel landen. Aber wie ist das eigentlich mit dem Geld, was auf unserem Konto liegt, was in unserer Altersvorsorge investiert ist oder wo wir für die nächste Anschaffung oder einen schönen Urlaub sparen?

Photo by Micheile Henderson on Unsplash

Wenn unser Geld bei der Bank liegt, dann wartet es dort ja nicht im Tresor auf uns. Stattdessen investiert es die Bank in irgendetwas, kauft vielleicht Immobilien, Staatsanleihen, verleiht es weiter in Form von Krediten oder investiert in Unternehmen. Aber selbst wenn wir unser Geld selbst anlegen, weil wir einen Sparplan haben oder es in unserer Altersvorsorge steckt, wird irgendwo mit dem Geld gewirtschaftet. Und genau hier ist der Haken! Die meisten wissen gar nicht, was ihr Geld so macht, wenn es gerade bei einer Bank oder in einem Anlageprodukt auf sie wartet. Auf der einen Seite achten wir sehr darauf, was wir mit unserem Geld kaufen und wen wir so unterstützen. Aber wenn wir unser Geld nicht sehen, interessieren wir uns nicht sonderlich dafür, was Banken und andere Investmenthäuser mit unserem Ersparten so anstellen.

Ein neues Modewort sind „Nachhaltige Investments“, denn natürlich kann jeder auch mit gutem Gewissen sein Geld anlegen. Aber der Begriff „Nachhaltigkeit“ selbst ist nicht eindeutig, jeder kann selbst festlegen, was nachhaltig ist und was nicht.

Schwache vs. Starke Nachhaltigkeit – eigene Darstellung

Beim Thema Nachhaltigkeit kommt es darauf an, die Bereiche Soziales, Wirtschaft und Ökologie in Einklang zu bringen. Die drei Bereiche können als gleichwertig betrachtet werden und in diesem Fall spricht man vom Drei-Säulen-Modell oder der Schwachen Nachhaltigkeit. Oder es gibt eine klare Gewichtung und im Mittelpunkt steht die Ökologie, denn ohne diese ist keine gesunde Gesellschaft möglich und somit auch keine funktionierende Wirtschaft. Dies wird als Vorrangmodell oder als starke Nachhaltigkeit bezeichnet.

Weil wir nun alle die Folgen des Wirtschaftens der letzten Jahrzehnte ausbaden müssen, sollte das Vorrangmodell das relevantere sein und Nachhaltigkeit nur dann als solche bezeichnet werden, wenn der ökologische Einfluss am stärksten bewertet wird.

Während beim Einkauf im Bioladen oder irgendwo im Internet noch gut erkennbar ist, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen haben, ist es bei den Geldanlagen viel schwieriger. Weil wir in den meisten Fällen unser Geld nur abbuchen lassen oder irgendwo einzahlen, wissen wir nicht, was weiter damit gemacht wird. Deshalb ist das Thema Nachhaltige Investments auch viel komplexer als es auf den ersten Blick erscheint. Denn einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den klassischen Anlageformen und ihren nachhaltigen Alternativen gibt es nicht. Es kommt immer darauf an, in welche Werte investiert wird und welche Strategie dem zugrunde liegt.

Weil die Anlagestrategie ausschlaggebend ist, sind nachhaltige Investments auch keine Spaßverderber im Portfolio. Jeder kann mit gutem Gewissen sein Geld für sich arbeiten lassen. Es gibt gute, nachhaltig investierende Fonds, wo strenge Regeln dafür sorgen, dass nicht nur der Gewinn sondern auch die Auswirkungen der Investments im Mittelpunkt stehen.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich bewusster mit dem Thema. Bei einem früheren Job hatte ich die Gelegenheit, etwas hinter die Kulissen eines Investmentfonds zu blicken und das hat auch dafür gesorgt, dass ich meine bestehenden Anlageprodukte heute etwas mehr hinterfrage. Ich bin schon gut versorgt, habe etwas für meine private Altersvorsorge getan und die Produkte investieren auch über Fonds in Aktien. Doch bisher hat mich nicht groß interessiert, was das für welche sind. Das dieses Thema durchaus unangenehme Wahrheiten beinhalten kann, war mir zwar bewusst, es gibt immer mal Artikel dazu, wie dieser hier, welcher 2011 in der ZEIT erschienen ist. Aber wie viele andere auch, habe ich das Thema verdrängt und war auch nicht fähig hier genauer hinzuschauen, denn in welche Firmen ein Aktienfonds investiert ist nur schwer erkennbar. Die größten Positionen im Portfolio werden vielleicht noch präsentiert, anderes lässt sich auch Jahresberichten herauslesen, doch um so weit zu kommen, müssen einige einige Hürden genommen werden.

Jeder von uns sollte sich genauer damit auseinandersetzen, was das Ersparte ohne einen bei der Bank macht. Denn wie kann ich mit bewussten Kaufentscheidungen im Laden einen Wandel erreichen, wenn ich ihn gleichzeitig mit meinem Geld bei der Bank verhindere?