Zeit etwas zu verändern

Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland, dargestellt als farbige Streifen, zum Stand 2019
Es wird wärmer bei uns – Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland –

Es wird wärmer und wärmer! Mittlerweile ist auch bei uns angekommen, dass sich etwas ändern muss. Wie können uns nicht mehr rausreden. Es braucht einen Wandel im Verhalten, Denken und Wirtschaften – bei jedem Einzelnen von uns. Das fällt schwer, wenn gleichzeitig das Konsumieren immer leichter wird. Dieser Blog soll etwas dazu beitragen, Denkanstöße zu geben, um bei einem selbst anfangen zu können.

Wer schreibt hier und warum?

Mein Name ist Jakob und ich beschäftige mich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema Erneuerbare Energien und dem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Beruflich bin ich im Bereich der Windenergie zu Hause. Für mich ist das Technik zum anfassen, da dreht sich was und unten kommt Strom raus. Solartechnik ist auch spannend, doch wie so eine Solarzelle funktioniert lässt sich viel schwerer erklären.

Aber auch wenn Strom aus erneuerbaren Quellen nur ein Baustein von den grundlegenden Veränderungen ist, die nötig sein werden um das Klima auf unserer Erde wieder zu stabilisieren, kenne ich aus meiner täglichen Arbeit auch die vielen Fragen und Bedenken, die diesem Thema entgegenschlagen. Ein Phänomen ist der Nimby (Not in my backyard). Der Nimby ist weit verbreitet und findet sich überall dort, wo irgendwas verändert werden soll. Ob es nun eine Straße, eine Flüchtlingsunterkunft oder eben ein Windrad sein soll – Im Grunde hat der Nimby nichts gegen Veränderungen – solange sie nicht in seiner Nähe stattfinden. Doch die Veränderungen des Klimawandels werden uns alle betreffen und auch in unserer direkten Umgebung spürbar sein. 

Es braucht viele kleine Veränderungen und ich sehe sie gern als kleine Projekte. Der Klimawandel und was damit alles zusammenhängt ist die Aufgabe unserer Zeit und schaffen wir es nicht, diese vernünftig zu lösen, werden es kommende Generationen viel schwerer haben. Davor kann man leicht kapitulieren, weil man selbst ja doch nichts bewirken kann. Aber zerlegt man jedes Projekt in kleine Abschnitte, lassen sich auch so gigantische Aufgaben wie der Klimawandel, angehen und am Ende lösen. 

Wie funktionieren Wald-Investments

Wenn wir an Holz denken, dann denken wir an den Wald, unsere Möbel oder ein schönes Lagerfeuer. Holz ist der älteste Rohstoff der Menschheit und lange war mehr als genug davon da. Wald sehen wir heute mit anderen Augen – als CO2-Speicher, Klimastabilisierer, Ruheort und als Investment. Wie lässt sich mit Holz Geld verdienen? Wie funktionieren diese Investments? Und kann man damit noch gut schlafen? Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Investments in Holz oder Wald stehen in einem gewissen Widerspruch. Auf der einen Seite steht der Schutz, auf der anderen Seite der Rohstoff. Eine Rendite lässt sich nur erzielen, wenn es einen zukünftigen Wert gibt. Ohne Holz gäbe es kein Papier, aber auch keine Wärme. Investments mit Holz basieren auf deren Verwertung und den damit verbundenen Gewinnerwartungen. Solange genug Holz an anderer Stelle nachwächst, kann das auch nachhaltig sein.

Weil der Wald ein so offensichtlich nachhaltiges Image hat, können diese Investments im Portfolio dazu dienen, Verluste durch Reputationsrisiken zu reduzieren. Wenn Gewinne durch zukünftige Holz-Verkäufe im Fokus stehen, sind diese Investments nur etwas für sehr langfristig denkende Anleger:innen.

Wald ist Sehnsuchtsort und Wirtschaftsraum.
Der Wald, Sehnsuchtsort und Investment? – Foto von Johannes Plenio von Pexels

Etwas weniger als ein Drittel der Erde ist mit Wald bedeckt, aber es wird jährlich weniger. Neben der Umwandlung in Ackerflächen ist es vor allem der Klimawandel der diese Flächen kleiner werden lässt. Durch Trockenheit und Waldbrände werden Lebensräume für unzählige Tiere vernichtet. Gleichzeitig nimmt so die Speicherfähigkeit von CO2 ab. Lange konnte sich der Wald allein regenerieren, doch mit Beginn der wirtschaftlichen Nutzung, als Baumaterial für Häuser und Schiffe, aber besonders als Brennstoff, hat sich dieses Gleichgewicht verändert. Holz als Wertstoff hat lange unseren gesellschaftlichen Aufstieg gesichert, bis fossilen Rohstoffe wichtiger wurden. Und dabei sind Kohle, Öl und Gas letztlich auch nur Folgestoffe früherer Wälder.

Wertstoff der Menschheit

Wälder sind heute Wirtschaftsräume. Den verwunschenen Märchenwald, einen unberührten Ur-Wald, welcher sich und den darin lebenden Geschöpfen überlassen ist, den gibt es heute kaum noch. Unsere Umwelt ist von intensiv bewirtschafteten Wäldern geprägt. Es sind oft Monokulturen, Fichten oder Kiefern, in langen Reihen gepflanzt, wie auf einem Feld.

Wenn der Zeitpunkt für die Holzernte gekommen ist, lässt es sich auf viele Arten nutzen. Ein großer Teil wird energetisch genutzt – also verbrannt. Holz als Brennstoff ist bei uns wieder modern geworden, weil diese Art der Energienutzung CO2-neutral ist. Aktuell gibt es auch wieder mehr Debatten CO2 bei der Verbrennung abzutrennen und irgendwie im Untergrund zu lagern. Kombiniert mit der Verbrennung von Holz ließe sich so auch CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Holz ist auch ein wertvoller Baustoff. Sorgsam verwendet, lässt es sich mehrfach weiterverwenden. Denn verbrennen lässt es sich am Ende immer noch. Aus Holz kann immer etwas Neues entstehen. Aus einem Balken entsteht so vielleicht kein neuer Balken, aber zumindest Bretter für eine andere Verwendung. Zermahlen zu Sägespänen lässt sich Holz in Verbundwerkstoffen (Pressspan, MFK etc.) fast beliebig oft in neue Formen bringen. Nur wenn diese Verbundstoffe wasserfest sein sollen und deshalb mit Chemikalien versetzt werden, endet die Wiederverwertbarkeit.

In den Wertstoff investieren.

Investmentstrategien mit Holz basieren darauf, dass dieser Wertstoff auch in Zukunft seinen Preis haben wird. Wenn die Baubranche wächst, dann wird auch mehr Bauholz verlangt. Steigen mehr Verbraucher auf alternative Heizquellen um, wird Holz als Energieträger nachgefragt.

In Deutschland ist es schwer, Wald zu kaufen. Auch international ist viel Wald im Staats- oder Familienbesitz. Der Besitz von Wald ist eine Investition in die Zukunft, denn es braucht üblicherweise viele Jahrzehnte, bis das Holz in einem Stadium ist, dass es sich gewinnbringend verwerten lässt. In der Zwischenzeit muss es davor bewahrt werden, dass es nicht von Schädlingen zersetzt oder durch Stürme und Feuer zerstört wird. Den Kauf von Waldflächen werden sich daher nur die wenigsten leisten können. In jedem Fall ist es ein Hochrisikoinvestment und der globale Temperaturanstieg hilft auch nicht.

Alternativen können schnell wachsende Hölzer sein. Der Kaiserbaum, auch Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa), wächst an warmen Standorten in 10 Jahren etwa 18 bis 20 Meter hoch. Eine Eiche würde dafür mehrere Jahrhunderte brauchen. Das Holz wird dann beispielsweise in der Möbelindustrie verwendet. Durch das geringe Gewicht und die gute Stabilität bietet es sich auch als Konstruktionsholz an. Das Investment besteht aus Anteilen an den Plantagen und damit auch dem Holz. Nach gut 10 Jahren, werden die Bäume dann verwertet und es wird eine Rendite ausgeschüttet. Durch breite Wege für die Bewirtschaftung hält sich das Risiko einen Totalausfalls durch einen Waldbrand auf diesen Plantagen in Grenzen. Trotzdem bleibt es ein hochspekulatives Investment und das Geld ist für 10 oder mehr Jahre gebunden.

Ein andere Möglichkeit ist das Investment in Wald-Fonds. Diese investieren in Gesellschaften und so meist in Monokulturen und Plantagen. Im Vordergrund steht der wirtschaftliche Wert des Holzes. Während man bei einem Direktinvestment in eine Plantage bei Interesse auch mal hinfahren kann, ist das bei einem Fonds schwieriger. Gleichzeitig sinkt aber auch das Risiko eines Totalausfalls.

Wie machen institutionelle Anleger das?

Wer seine Investments breit streuen will, versucht damit auch Risiken abzufedern. Nicht jedes Investment zahlt sich dann sofort aus, manche sorgen einfach für mehr Stabilität im Portfolio. Bei Investments in Wald ist der Grundgedanke, dass unser Leben und unsere wirtschaftlichen Aktivitäten stark von der biologischen Vielfalt abhängen. (Eigentlich sollte das keine Überraschung sein.) Forschungen des Weltwirtschaftsforums zeigen, dass 44 Billionen Dollar an wirtschaftlicher Wertschöpfung – mehr als die Hälfte des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Welt – mäßig oder stark von der Natur und ihren Leistungen abhängen und daher dem Verlust der Natur ausgesetzt sind.

Da Wälder bekanntermaßen viel CO2 speichern können und sie ein Schlüssel beim Schutz des Klimas sind, ist es essentiell sie zu schützen, auch wenn man das Holz nicht direkt verwerten kann. Wer durch seine Investments so die biologische Vielfalt schützt, profitiert davon theoretisch an anderer Stelle. Doch weil sich dieser Effekt kaum messen lässt, bietet er viel Raum für schöne Werbebotschaften.

Vor ein paar Jahren konnten Biertrinker noch beim Kauf eines Kastens ein paar Quadratmeter Regenwald schützen. Solche und andere Kampagnen helfen Unternehmen dabei, nachhaltiger wahrgenommen zu werden. Ein anderer Ansatz besteht darin, mit Investments in Wälder, den ökologischen Fußabdruck rechnerisch zu verbessern.

Für Privatanleger lohnen sich solche Gedanken vermutlich nicht. Mehr als eine Beteiligung an einer Plantage oder der Kauf von Anteilen an einem Fonds, wird wohl niemand machen. Andere Investments versprechen bessere Renditen und sind weniger stark gefährdet. Besser ist es den Wald zu schützen, vielleicht mit einer Spende für eine passende Hilfsorganisation, oder indem man selbst neue Bäume pflanzt. Davon haben dann alle was – nur nicht der eigene Geldbeutel.

Was steckt im ETF (1)

Wer macht sich schon die Mühe genau in das Investmentprodukt seiner Wahl zu gucken, wenn schon das „Kleingedruckte“ so ewig lang ist? Wer nur dem Namen nach kauft, muss sich auf eine Bewertung verlassen. Ein ETF verspricht eine durch hohe Streuung recht sichere Geldanlage, bei gleichzeitig niedrigen Gebühren, weil es kein aktives Fonds-Management gibt. Für ein besseres Gewissen möchte ich genauer wissen, in welche Unternehmen mein Geld eigentlich investiert wird.

Photo by Jeroen van de Water on Unsplash

In diesem Beitrag möchte ich mir den iShares Global Clean Energy ETF genauer ansehen. Diesen habe ich mit zwei anderen, über die ich demnächst noch was schreiben will, in einem Sparplan bei meiner Hausbank. Dieser ETF wird vom Vermögensverwalter BlackRock herausgegeben und bildet den S&P Global Clean Energy Index ab, wo die die Aktien der 30 größten börsennotierten Unternehmen aus dem Energiesektor enthalten sind. In dem ETF selbst gibt es aber mehr als 80 Positionen und darunter finden sich ein paar Energieversorger, viele Projektentwickler sowie verschiedene Unternehmen, die sich mit Solar-, Wind- oder Brennstoffzellprojekten beschäftigen.

Was schreibt der Verkäufer?

BlackRock bzw. das Team von iShares nennen im Factsheet drei Kaufgründe.

  1. Investitionen in Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die an der Erzeugung sauberer Energien oder der Bereitstellung von Energieausrüstung und Technologien für saubere Energien beteiligt sind
  2. Ausgeschlossen sind Unternehmen, die einen vom Index festgelegten „Kohlenstoffemissionsschwellenwert“ überschreiten
  3. in mittel- bis langfristiges Engagement im Sektor der sauberen Energie äußern

Hinter dem „Kohlenstoffemissionsschwellenwert“ steckt eine Berechnungsmethode von S&P, bei der die Menge an CO2-Emission mit dem investierten Kapital ins Verhältnis gesetzt wird. Jedoch wird nicht deutlich, wo dieser Grenzwert tatsächlich liegt.

Ansonsten teilen sich die Unternehmen hauptsächlich in Energieversorger (43%), Industrieunternehmen (29%) und IT-Dienstleister (25%) auf. Die drei wichtigsten Regionen sind die USA (42%), Dänemark (13%) und China (7%). Unternehmen aus Deutschland folgen an siebter Stelle mit einem Anteil von 3,5%.

Positionen iShares Global Clean Energy ETF

Die nachfolgende Liste zeigt die Unternehmen, in die der Global-Clean-Energy-ETF im Oktober 2021 investiert hatte. Über die Webseite von iShares lässt sich eine Excel-Liste herunterladen. Ich habe dieser Liste noch Beschreibungen zu den Unternehmen hinzugefügt.

UnternehmenISINInformation zum Unternehmen
Renewable Energy Inc.US75972A3014Die Renewable Energy Group ist primär im Bereich Chemie-, Kunststoff- und Kautschukmaterialien tätig.
Green Plains Inc.US3932221043Green Plains ist der drittgrößte Hersteller von Ethanolkraftstoff in Nordamerika.
Verbio Vereinigte Bionenergie AGDE000A0JL9W6VERBIO ist einer der führenden Hersteller und Anbieter von Biokraftstoffen und zugleich der einzige großindustrielle Produzent von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan in Europa.
Vestas Wind SystemsDK0061539921Die Kernkompetenzen des dänischen Windkraft-Unternehmen Vestas Wind Systems liegen in der Planung und der Installation sowie dem Betrieb und der Wartung von Windkraftanlagen.
Plug Power Inc.US72919P2020Plug Power befasst sich mit der Entwicklung und Herstellung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen, die herkömmliche Batterien in elektrisch betriebenen Geräten und Fahrzeugen ersetzen.
Sunrun Inc.US86771W1053Sunrun ist ein amerikanischer Anbieter von Solarmodulen und Heimbatterien für Privathaushalte.
Siemens Energy AGDE000ENER6Y0Die Siemens Energy AG spaltete sich im September 2020 als eigenständiges Unternehmen von der Siemens AG ab und ist entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette tätig.
Siemens Gamesa Renewable Energy SAES0143416115Siemens Gamesa Renewable Energy ist ein Hersteller von Windkraftanlagen und bietet auch Betrieb und Wartung an.
Ballard Power Systems Inc.CA0585861085Ballard Power Systems ist ein kanadischer Hersteller von Brennstoffzellen
Bloomenergy Class CorperationUS0937121079Die Bloom Energy Corporation aus Kalifornien entwickelt und vermietet Hochtemperatur-Brennstoffzellen zur stationären Stromversorgung.
Shoals Technologies Group Inc.US82489W1071Shoals ist ein führender Anbieter von technischen Lösungen um den erzeugten  elektrischen Strom von Solarmodulen zu einem Wechselrichter und schließlich ins Stromnetz zu leiten.
Fuelcell Energy Inc.US35952H6018FuelCell Energy ist ein Brennstoffzellenunternehmen aus Connecticut.
Doosan Fuel Cell LTDKR7336260005ClearEdge Power ist ein Hersteller von stationären Brennstoffzellen aus Connecticut.
Nordex SEDE000A0D6554Nordex zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Windenergieanlagen.
Xinjiang Goldwind Science and TechCNE100000PP1Xinjiang Goldwind Science & Technology Corporation ist einer der größten Hersteller von Windkraftanlagen.
NelNO0010081235Die Nel ASA ist ein norwegisches Unternehmen das Lösungen für die Herstellung von Wasserstoff aus elektrischer Energie, sowie dessen Speicherung und Verteilung liefert. 
TPI Composites Inc.US87266J1043TPI Composites stellt Rotorblätter von Windenergieanlagen her. 
CS Wind CORPKR7112610001CS Wind stellt Türme für Windkraftanlagen her, arbeiten im On- und Offshoregeschäft und ist Zulieferer für die Gasindustrie
Powercell SwedenSE0006425815PowerCell ist ein schwedischer Hersteller von Brennstoffzellen und entstand 2008 als Ausgründung von Volvo.
McPhy EnergyFR0011742329McPhy ist Entwickler und Hersteller von Anlagen zur Produktion und Distribution von kohlenstofffreiem Wasserstoff. 
Eolus VindSE0007075056Eolus Vind publ ist ein schwedischer Projektierer von Windkraftanlagen.
Unison LTDKR7018000000Unison ist ein koreanischer Hersteller von Windenergieanlagen
Enphase Energy Inc.US29355A1079Enphase bietet Photovoltaik-Systeme und Solarenergie-Speicherlösungen für Privathaushalte an.
Solaredge Technologies Inc.US83417M1045Solaredge Technologies ist ein Anbieter von Wechselrichterlösungen für Photovoltaiksysteme.
First Solar Inc.US3364331070Die First Solar zählt zu den führenden Herstellern von Photovoltaik-Dünnschichtmodulen.
Xinyi Solar Holdings LTDKYG9829N1025Die Xinyi Solar Holdings Limited ist eine Beteiligungsgesellschaft, die sich hauptsächlich mit der Herstellung und dem Verkauf von Solarglas beschäftigt.
Daqo New EnergyUS23703Q2030Die chinesische Daqo New Energy Corp. ist primär im Bereich Chemie-, Kunststoff- und Kautschukmaterialien tätig.
Sunpower CORPUS8676524064SunPower Corp. entwickelt, produziert und vertreibt Solartechnologieprodukte für Privatkunden, Unternehmen und Energieversorger
Jinkosolar Holding LTDUS47759T1007Die Jinko Solar ist ein Hersteller von Solarwafern, Solarmodulen und -zellen sowie von Siliziumbarren und gehört zu den führenden Solarunternehmen Chinas.
Canadian Solar Inc.CA1366351098Canadian Solar ist ein Herstellern von Solarmodulen.
Flat Glass Group LTDCNE100002375Das chinesische Unternehmen Flat Glass Group beschäftigt sich mit der Forschung, Entwicklung, Herstellung und dem Verkauf von Glasprodukten. Zu den Hauptprodukten des Unternehmens gehören Photovoltaikglas, Floatglas, technisches Glas und Haushaltsglas.
Meyer Burger Technology AGCH0108503795Meyer Burger ist spezialisiert auf Systeme und Produktionsanlagen für den Photovoltaik-Markt.
SMA Solar Technology AGDE000A0DJ6J9Die SMA Solar Technology entwickelt, produziert und vertreibt Komponenten, insbesondere Wechselrichter, für die Photovoltaikindustrie.
Maxeon Solar Technologies LTDSGXZ25336314Maxeon aus Singapur entwickelt und fertigt Solarmodule. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern vertreten und firmiert in bestimmten Ländern außerhalb der USA unter der Marke SunPower.
Hyundai Energy Solutions LTDKR7322000001Die Hyundai Energy Solutions ist ein koreanischer Hersteller von Solarmodulen.
Hanwha Solutions CORPKR7009830001Die Hanwha Solutions Corporation aus Südkorea ist ein Unternehmen für Energiedienstleistungen, Petrochemie und Immobilienentwicklung.
Ørsted A/SDK0060094928Ørsted zählt zu den größten Energie-Versorgern in Nordeuropa. Der Konzern ist besonders im Bereich Erneuerbare Energien tätig und für die Entwicklung und Konstruktion von Windparks bekannt.
Nextera Energy Inc.US65339F1012Die NextEra Energy gehört zu den führenden US-Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien und ist in 30 US-Bundesstaaten sowie in Kanada vertreten. Neben Solar- und Windkraft betreibt das Unternehmen auch acht Atomreaktoren in den US-Staaten Wisconsin, Iowa, New Hampshire und Florida.
Xcel Energy Inc.US98389B1008Die Xcel Energy ist ein eine US- Unternehmensgruppe die in zwölf US-Bundestaaten ihre Kunden mit Elektrizität und Erdgas versorgt.
Iberdrola SAES0144580Y14Iberdrola zählt zu den größten Energieversorgern innerhalb Europas. Zu den Kerngeschäften gehören die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Vermarktung von Elektrizität und Erdgas. Das Unternehmen zählt zu den größten Erzeugern von Hydro-, Thermal- und Nuklearenergie in Spanien.
EnelIT0003128367Enel ist eine in Italien angesiedelte internationale Gruppe von Stromanbietern, mit Aktivitäten in den Bereichen Stromerzeugung, Transport, Verteilung und Stromversorgung. Das Unternehmen betreibt Wasser-, Thermal-, Kern-, Wind- und Solarkraftwerke in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten und konzentriert sich insbesondere auf Energiegewinnung durch erneuerbare Energien.
SSE PLCGB0007908733Die SSE ist eine Unternehmensgruppe deren Leistungsspektrum die Erzeugung, Speicherung, Übertragung, Verteilung und Lieferung von Elektrizität und Gas umfasst.
EDP Energias de Portugal SAPTEDP0AM0009EDP zählt in Portugal und Spanien zu den größten Energieversorgern.
PG&E CORPUS69331C1080Die PG&E Corporation ist einer der führenden Stromversorger in Kalifornien. Das Unternehmen produziert Strom und betreibt eigene Erdgas-Förderstätten.
EDP Renovabeis SAES0127797019EDP Renovaveis, eine Tochtergesellschaft der Grupo EDP-Energias de Portugal, ist auf den Bau von Windkraftanlagen spezialisiert und in Europa, den USA, Kanada und Brasilien tätig.
China Longyuan Power Group LTDCNE100000HD4Die China Longyuan Power Group ist der größte Windkraftproduzent in China und Asien.
Verbund AGAT0000746409Die VERBUND AG ist die Holdinggesellschaft von VERBUND, dem größten Stromproduzenten und -transporteur Österreichs.
Northland Power Inc.CA6665111002Die Northland Power aus Kanada ist ein Energieproduzent, dessen Fokus auf der Stromerzeugung aus alternativen Energiequellen liegt.
Algonquin Power Utilities CORPCA0158571053Die Algonquin Power & Utilities Corporation erzeugt und verkauft elektrische Energie in Nordamerika.
Idacorp Inc.US4511071064Die IDACORP investiert in Wohnungsbauprojekte und Immobilien. Die Tochtergesellschaft Ida-West Energy fungiert als Betreiber von kleineren Wasserkraftprojekten.
Brookfield RenewableCA11284V1058Die Brookfield Renewable Corporation konzentriert sich auf die Strommärkte in verschiedenen US-Bundesstaaten.
Ormat Tech Inc.US6866881021Ormat Technologies ist ein amerikanisch-israelisches Geothermieunternehmen.
Companhia Energetica Minas GeraisUS2044096012CEMIG ist eine Holding, bestehend aus 107 Unternehmen, der größte kombinierte Energieerzeuger und Energieversorger in Brasilien. Das Unternehmen besitzt rund 50 Kraftwerke; die meisten davon sind Wasserkraftwerke. CEMIG vertreibt auch Erdgas durch das Unternehmen Gasmig und besitzt daneben ein Kabelfernsehunternehmen, Internet- und Telekommunikationsunternehmen.
Contact Energy LTDNZCENE0001S6Die Contact Energy aus Neuseeland ist ein Anbieter für Energieerzeugung und Elektrizitätsversorgung.
Meridian Energy LTDNZMELE0002S7Meridian Energy ist ein staatseigenes Unternehmen in Neuseeland, das in der Energiewirtschaft und Energieversorgung des Landes tätig ist.
Boralex Inc.CA09950M3003Boralex ist ein Energieunternehmen, das Solar- und Wind-Kraftwerke in Kanada, Frankreich, Großbritannien und den USA entwickelt, baut und betreibt.
Sunnova Energy International Inc.US86745K1043Dien Sunnova Energy International ist ein Anbieter von Solar- und Energiespeicherdienstleistungen für Haushalte in den gesamten Vereinigten Staaten.
Atlantica Sustainable Infrastructure PLCGB00BLP5YB54Atlantica Sustainable Infrastructure ist ein Infrastrukturunternehmen, das  in Vermögenswerte in den Bereichen erneuerbare Energien, Speicherung, effizientes Erdgas und Wärme, Übertragungsleitungen und Wasser investiert.
Hawaiian Electric Industries Inc.US4198701009Die Hawaiian Electric Industries ist ein amerikanischer Energieversorger, welcher über seine Tochterunternehmen 95% der Bevölkerung Hawaiis mit Strom beliefert.
Scatec SolarNO0010715139Die Scatec aus Norwegen entwickelt, baut, besitzt und betreibt Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke sowie Speicherlösungen.
Drax Group PLCGB00B1VNSX38Die Drax Group ist im Bereich der Energieversorgung tätig, produziert Biomasse und verkauft Strom an Geschäftskunden.
Avista CORPUS05379B1070Die Avista Corporation erzeugt und überträgt Strom sowie Erdgas an Privat-, Gewerbe- und Industriekunden in Nordamerika.
Innergex Renewable Energy Inc.CA45790B1040Innergex Renewable Energy ist Entwickler, Eigentümer und Betreiber von Laufwasserkraftwerken, Windenergie und Solarparks in Nordamerika.
Enel Americas SAUS29274F1049Enel Americas ist ein Konglomerat von Elektroenergieunternehmen, die in den Ländern Südamerikas und Mittelamerikas tätig sind.
Neoen SAFR0011675362Neoen aus Frankreich besitzt und betreibt Solar- und Windparks in 13 Ländern auf vier Kontinenten.
Centrais Elétricas Brasileiras S.A.US15234Q2075Eletrobrás, ein brasilianisches Energieunternehmen, produziert und verkauft Strom.
Encavis AGDE0006095003Encavis erwirbt und betreibt Solarkraftwerke und (Onshore-)Windparks in Deutschland sowie in weiteren europäischen Ländern.
Allete Inc.US0185223007Allete bietet Energie-Dienstleistungen für Kunden im Mittelwesten der USA.
Enlight Renewable Energy LTDIL0007200111Die Enlight Renewable Energy aus Israel baut und betreibt Solar- und Windkraftanlagen.
Renova Inc.JP3981200003Renova ist japanischer Betreiber und Entwickler von Solar, Wind und Biogasanlagen.
Companhia Paranaense de EnergiaUS20441B6056Copel ist ein Energieunternehmen aus Brasilien.
ERGIT0001157020Die ERG ist ein italienischer Energieversorger, was in den Bereichen Windenergie, Wasserkraft, Sonnenenergie und Erdgas tätig ist.
Transalta Renewables Inc.CA8934631091Die Transalta Renewables ist ein kanadischer Grünstrom-Erzeuger.
Solaria Energía y Medio Ambiente, S.A.ES0165386014Die Solaria Energía y Medio Ambiente bietet hocheffiziente Photovoltaikmodule sowie ergänzend einen umfangreichen Bedienungs- und Wartungsservice an.
Xinyi Energy Holdings LTDVGG9833A1049Die Xinyi Energy ist ein chinesischer Entwickler von Solarprojekten mit Betriebsführung und Service.
Falck RenewablesIT0003198790Falck Renewables ist ein italienisches Unternehmen für erneuerbare Energien mit Projekten in Europa.
Albioma SAFR0000060402Albioma ist ein unabhängiger Produzent von erneuerbaren Energien (Biomasse, Solar und Geothermie)
Energix Renewables LTDIL0011233553Die Energix Renewable Energies ist ein auf erneuerbare Energien spezialisierter Stromproduzent, der derzeit hauptsächlich im Bereich Photovoltaik und Windkraft tätig ist.
Azure Power Global LTDMU0527S00004Azure Power Global ist ein unabhängiger Stromerzeuger, Entwickler und Betreiber von Solar-PV-Kraftwerken aus Indien.
GCL New Energy Holdings LTDBMG3775G1380Die GCL New Energy Holdings ist eine Beteiligungsgesellschaft aus Hongkong, die hauptsächlich in den Bereichen Energie und Leiterplatten tätig ist.
Avista CORPUS05379B1070Das Energieunternehmen Avista Corporation produziert und vertreibt Energie für Kunden in den US-Bundesstaaten Washington, Idaho und Oregon.
Audax Renovables SAES0136463017Audax ist ein Betreiber von Solar- und Windprojekten in Europa und Mittelamerika
Eigene Darstellung mit Daten von iShares, OnVista und Webrecherchen

Eigener Fazit

Für mich persönlich ist diese Liste eine gute Zusammenstellung von Unternehmen aus dem Energiebereich und ich habe kein schlechtes Gewissens mein Geld dort investieren kann. Etwas Sorgen bereiten mit nur die großen Energieversorger, weil so auch Technologien in das Portfolio gelangen, die meiner Ansicht nach wenig mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Mich stören die Investments in Kernkraftwerke und Erdgastechnologie etwas, aber solange vom Gesetzgeber keine klaren Abgrenzungen gibt, mich ich dies so hinnehmen.

Blick ins Portfolio – September

In den letzten Monaten habe ich mein Depot etwas umgestellt, um verschiedene Strategien nicht miteinander zu vermischen. Deshalb wird es Zeit ein Update zu schreiben und zu zeigen, was sich seit dem letzten Beitrag im Mai verändert hat.

Kaufen, Verkaufen, Halten
Foto von Anna Nekrashevich von Pexels

Vier Strategien

Aktuell habe ich vier Depots oder Konten, mit denen ich verschiedene Ansätze verfolge.

  • Das Depot, was zum längerfristigem Sparen gedacht ist, liegt bei einem Anbieter, wo ich mit einem Sparplan in Aktien- und Mischfonds investiere. Hier tausche ich mich regelmäßig mit meinen Finanzberatern aus, um von deren Expertise zu profitieren und keine vorschnellen Änderungen zu machen.
  • Ein Depot für nachhaltige Aktien halte ich weiterhin bei der Plattform, die ich auch im Mai schon verwendet habe. Bei der Auswahl der Positionen orientiere ich mich vor allem an den Artikeln von EcoReporter und dem, was ich sonst aus der Presse so höre.
  • Bei meiner Hausbank habe ich ein weiteres Depot eingerichtet, wo ich kostenlose Sparpläne für ETFs habe. Diese habe ich so ausgesucht, dass einen möglichst nachhaltigen Fokus haben. Ob das wirklich eine gute Entscheidung war, werde ich in einem der nächsten Beiträge klären, denn es wird nötig sein, hier genauer hinter die Kulissen zu schauen.
  • Letztlich habe ich noch ein Konto bei einer Handelsplattform für Kryptowährungen. Ich habe das Handeln dort als Anreiz genommen um mich genauer in die Charttheorie einzulesen, damit ich weniger rate und öfter besser überlegte Entscheidungen treffe.

Veränderungen in meinem Aktien-Depot

Wie bereits angesprochen, möchte ich in meinem Aktien-Depot nur Positionen haben, die aus meiner Sicht nachhaltig sind. Vielleicht verzichte ich damit auf Gewinne, die in anderen Branchen möglich wären, doch ein gutes Gewissen ist mir gerade wichtiger. Kurzfristige Verluste kann ich mir hier eher erlauben und sie sind auch lehrreich. Mein Fonds-Depot weist eine viel größere Diversifikation auf und hier investiere ich zusätzlich zu bewusst nachhaltigen Fonds, wie dem Ökovision, auch in klassischere Fonds, die es auf die Empfehlungsliste meiner Finanzberater geschafft haben.

Bevor ich genauer zeigen kann, von welchen Unternehmen ich aktuell Anteile in meinem Depot habe, hier noch mal ein Disclaimer.

Achtung: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder -empfehlung dar und sind kein Angebot und keine Werbung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anteilen an einem der auf dieser Website genannten Investmentfonds oder sonstigen Finanzinstrumenten. Die hier gezeigten Informationen ersetzen keine geeignete anleger- und produktbezogene Beratung. Wenn es Zweifel hinsichtlich der dargestellten Informationen gibt, dann wendet Euch an Euren Finanzberater. Wer ähnliche Positionen in sein Depot aufnehmen möchte, muss dies auf eigenes Risiko machen!

Was habe ich wieder verkauft?

Meinen ETF-Sparplan habe ich beendet und verkauft, weil es mir zu kompliziert erschien, die Anteile in das Depot eines anderen Anbieters umziehen zu lassen. Die ursprüngliche Sparrate war auch nicht so hoch, dass es einen großen Unterschied gemacht hätte. Bei dem Depot meiner Hausbank bekomme ich gerade kostenlose ETF-Sparpläne. In drei ETFs, die einen nachhaltigen Fokus haben, lege ich nun jeden Monat Geld und investiere so in Unternehmen, deren Geschäftsmodell irgendwie „nachhaltig“ ist, was aber auch anders gesehen werden kann.

Windenergie geht es trotz guter Aussichten in Deutschland nicht so gut.
Foto von Jeswin Thomas von Pexels

Einige Positionen habe ich in meinem Depot wieder verkauft. Darunter zählen auch meine Anteile an Vestas, rückblickend eher aus einer Kurzschlussreaktion heraus. Das Unternehmen konnte in den letzten Monaten ein paar große Aufträge vermelden, insbesondere für Offshore-Projekte. Aber es gibt auch andere Meldungen. So hat Vestas vor kurzem verkündet, das Werk in Lauchhammer, in der Lausitz in Brandenburg, wo seit 2002 viele Rotorblätter gefertigt wurden, zum Jahresende zu schließen. Das Onshore-Geschäft ist in Deutschland schwieriger geworden und es wird abzuwarten sein, ob eine neue Bundesregierung wirksame Hebel findet, um den Ausbau wieder anzukurbeln.

Auf Nordex hatte ich als günstige Alternative zu Vestas gehofft und mich nach Gesprächen mit Marktbeobachtern dann aber von der Position getrennt. Einerseits sind die Zukunftsaussichten von Windprojekten in Deutschland weiter düster, was sich auch den EEG-Ausschreibungen ablesen lässt, die weiter unterzeichnet sind, weil nicht genügend Projekte eine Genehmigung bekommen. Anderseits hat das Unternehmen schon eine Weile keine neue Anlage mehr vorgestellt und damit auch keine großen Aufträge vermelden können. Auch im Rennen um immer größere Anlagen mit immer mehr Leistung wirkt das Unternehmen abgehängt.

Schlechtes Wetter – schlechte Geschäfte

Die Aktie der Firma Encavis hat sich nicht so weiterentwickelt wie ich es gehofft habe. Das Unternehmen betreibt ja Windparks und durch schlechtes Wetter, hat das Unternehmen weniger Gewinne gemacht als gedacht. Schon bei meinem letzten Bericht zeigte sich ein Einbruch des Kurses, doch damals gab es ja durchaus Hoffnungen auf Besserung im Jahresverlauf, schließlich waren durch Corona viele Kurse in straucheln geraten. Um nicht endlos die Verluste mitzutragen, habe ich aber ein Stopp-Signal gesetzt und die Anteile dann automatisch verkauft, als dieses erreicht wurde. Zuletzt gab es Meldungen, dass das Unternehmen sein Portfolio mit Anlagen in Frankreich erweitern konnte. Momentan ist mir der Ausblick aber zu unsicher.

Meine paar wenigen Aktien von Iberdrola habe ich auch wieder verkauft. Der Kurs entwickelte sich nicht wirklich, was man vielleicht auch bei so einem großen Unternehmen nicht erwarten kann. Aber nur aus sentimentalen Gründen wollte ich nicht weiter dabei sein und habe die Anteile ebenfalls bei Unterschreiten eines Stopp-Signals verkauft.

Finger weg von gehypten Aktien!

Ein kleines Debakel erlebe ich gerade mit den Aktien von GCL Poly Energy. Die Aktie hat zwar ein einem Jahr einen Gewinn von mehr als 800% gemacht, seit ich sie habe aber einen Verlust von 34% gemacht. Es ist zwar kein großes Investment, momentan kostet eine Aktie um die 20 Cent, doch es ist ärgerlich, weil die Aktie bei meinem Anbieter ausgelistet wurde und ich sie damit auch nicht mehr verkaufen kann. Also lasse ich sie erstmal liegen – bleibt mir ja auch nichts anderes übrig…

Kurzzeitig habe ich Aktien von Blackberry gehalten, weil ich mich durch Beiträge auf Reddit dazu habe verleiten lassen. Doch die Kursrallye hat sich schnell wieder gedreht und ich habe ein paar Tage nach dem Kauf mit etwas Verlust wieder verkauft. Ähnlich ging es mir mit Aktien von Cleeveland Cliffs, wo zwar der Hype länger anhielt und die Aktie aktuell noch im Steigen ist, doch die Position überhaupt nicht zu meinem nachhaltigen Ansatz passt, schließlich handelt es sich um einen großen amerikanischen Bergbaukonzern. Ich habe direkt gelernt, wann der Einstieg in eine Position eigentlich zu spät ist. Wenn das Netz brodelt und ein Hype entsteht, ist die Aktie in den meisten Fällen schon kurz vor dem Einbruch. Es wäre hier besser gewesen, einen kühlen Kopf zu behalten anstatt gierig zu werden.

Neues und Altes im Portfolio

Ein paar neue Positionen haben es in mein Portfolio geschafft, bei anderen habe ich noch etwas nachgekauft.

Elektromobilität
  • Das Unternehmen NIO habe ich hier gerade erst etwas ausführlicher vorgestellt. Der Aktienkurs macht immer mal wieder kleine Sprünge, die Hoffnung auf mehr machen. Ich warte hier weiter ab und setze darauf, dass es im Premium-Segment der Elektroautos mehr Platz gibt. Tesla gibt natürlich weiter den Ton an, doch ist auch viel bekannter als NIO und damit präsenter in den Nachrichten. Das muss ja nicht so bleiben. Ich finde den Ansatz von NIO überzeugend und habe nochmal einige Aktien nachgekauft.
  • Ein vielversprechendes Unternehmen ist BioNTech, was mit der Entwicklung von Corona-Impfstoffen große Erfolge feiern konnte. Für mich klingt diese schnelle und erfolgreiche Adaption eines ganz neuen Ansatzes für Impfungen nach einem guten Kandidat für einen zukünftigen Nobelpreis. Doch auch wenn es damit noch etwas dauert, so bieten die mRNA-Arzneien doch das Potenzial, zukünftig auch ganz andere Krankheiten zu behandeln. Ich habe wahrscheinlich etwas spät Aktien gekauft, denn gerade muss ich Verluste hinnehmen, doch ich bin zuversichtlich, dass es für das Unternehmen weiter bergauf geht.
  • Eine weitere Position, den den Weg in mein Portfolio gefunden hat, ist United Natural Foods, kurz UNFI. Auf das Unternehmen bin ich durch eine Internetseite aufmerksam geworden und weil es auf natürliche und organische Lebensmittel spezialisiert ist, passte es gut in meinen nachhaltigen Aktienkorb.
  • Eine Aktie, die auch gute Dividenden verspricht, ist die Deutsche Post, die auch gut zu meinem nachhaltigen Kontext passt. Ich muss das aber nochmal genauer untersuchen, denn mir sind nur die Bemühungen in Erinnerungen geblieben, eigene Elektro-Lieferfahrzeuge zu entwickeln.
Projektentwicklung und Biogas
  • Die Firma PNE macht Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien in Deutschland und als einer der Großen im Lande, haben sie auch das Potenzial gute Projekte umzusetzen. Jetzt, wo der Preisdruck auf Projekte zunimmt, werden es eher die Großen sein, die dem standhalten können. Die Aktie hat sich im Laufe des letzten Jahres gut entwickelt, doch ich habe noch nicht viel Gewinn damit gemacht.
  • ReneSola ist ein ein weltweit führender Entwickler und Betreiber von Solarprojekten. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung, das Baumanagement und die Finanzierung von Solarprojekten. Die Aktie ist nicht teuer und hat im letzten Jahr große Gewinne gemacht und steht nach einem Kurseinbruch immer noch sehr gut da. Weil Solar weltweit boomt gehe ich davon aus, dass sich der Kurs weiter erholen wird.
  • Statt den Aktien der Encavis habe ich in der Zwischenzeit in Energiekontor investiert. Das Unternehmen verfolgt einen anderen Ansatz und entwickelt Solar- und Windprojekte in erster Linie für den Eigenbedarf. Ab und zu werden auch Projekte verkauft, doch ansonsten verfolgt Energiekontor einen organischen Ansatz und wächst nur so stark, wie es sich aus den Erträgen der eigenen Projekte selbst trägt.
  • Ich habe ein paar Aktien von Verbio gekauft. Vor einiger Zeit war ich noch recht unwissend am Standort des Unternehmens in Sachsen-Anhalt, für ein Windprojekt in der Nähe. Doch der Ansatz des Unternehmens ist interessanter als ich es damals wahrgenommen habe, den es stellt neben Biogas auch verschiedene Bio-Kraftstoffe her. Gerade mit Blick auf eine Umstellung der Mobilität werden Bio-Kraftstoffe an Bedeutung gewinnen.
Fahrräder sind die Zukunft
  • Durch meine gute Quelle, die Internetseite, die mir stets neue Inspirationen für nachhaltige Anlageformen gibt, bin ich auch auf MIPS aufmerksam geworden. Das Unternehmen stellt vor allem Fahrradhelme her. Und mit dem Boom auf Fahrräder werden auch mehr Helme gebraucht.
  • In vielen Städten sind Lastenräder schon stark im Verkehr vertreten. Ich glaube daran, dass dies noch zunehmen wird. In Berlin fahren schon große Lastenräder von UPS und anderen Lieferdiensten herum, um Pakete auf der letzten Meile auszuliefern. Auch erste Bike-Sharing-Konzepte mit Lastenrädern sind zu sehen. Ich habe Aktien der Accell Group gekauft, eine niederländische Holding, die verschiedene Fahrradmarken hält. Unter anderem gehört auch die Marke Babboe dazu, deren Lastenräder man in Berlin sehr häufig sieht.
Weitere Positionen
  • Plug Power ist ein Hersteller von Brennstoffzellen, der ganz gute Kursentwicklungen hatte. Vielleicht habe ich aber hier den günstigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpasst. Da muss ich mal genauer nachlesen.
  • Die Aktien der Nilfisk Holding, einem dänischen Hersteller von Reinigungsgeräten, entwickeln sich ganz gut.
  • L’Occitane ist ein Hersteller von Naturkosmetik und weil der anhalten wird, sollten sich die Aktien auch gut entwickeln.
  • Die Umweltbank verhält sich in meinem Portfolio positiv unauffällig.
  • Hinter das norwegische Finanzunternehmen Storebrand habe ich immer noch nicht geguckt, doch auch diese Aktie entwickelt sich in eine gute Richtung.
  • Der norwegische Hersteller von Silizium, REC Silicon, profitiert von der Nachfrage des Rohstoffs besonders für Batterien. Man kann darüber diskutieren, ob diese Aktie in ein nachhaltiges Depot gehört. Ich denke, dass wir für den Umstieg auf einen nachhaltigeren Konsum so schnell wie möglich weg von fossilen Brennstoffen kommen müssen.

Ich habe mir vorgenommen in regelmäßigen Abständen den Bestand meines Depots hier darzustellen und so andere etwas zu inspirieren, mehr Nachhaltigkeit im eigenen Depot zu fördern. Da ich kein Händler bin, der jeden Tag oder sogar mehrmals täglich die Kurse checkt, werde ich sicher die ein oder andere Entwicklung verschlafen. Hoffentlich schlägt es dann durch die Streuung nicht so ins Gewicht.

Der chinesische Tesla?

Auf deutschen Straßen sind die Autos von NIO noch nicht aufgefallen, doch das Unternehmen aus China hat innovative Ideen für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur, die auch hierzulande für Abwechslung sorgen könnten. Wenn sich das Unternehmen gut weiter entwickelt, dann sind das auch gute Nachrichten für den Aktienkurs – und darüber würde sich auch mein Portfolio freuen. Deshalb ist es wert, das Unternehmen etwas genauer zu betrachten.

Fahrzeuge von NIO und zugehörige Power-Swap-Stationen kommen nun auch nach Europa. Quelle

Ähnlich wie Tesla verkauft das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen NIO Elektrofahrzeuge eher für das Premiumsegment, für Kund:innen, die über das nötige Kleingeld verfügen und Lust auf technische Spielereien haben. Neben Rekorden in der Formula E, haben Autos der Firma für gute Ergebnisse beim autonomen Fahren gesorgt. Seit Mitte 2019 sind Fahrzeuge auch gewöhnliche Kund:innen verfügbar. Im Mai 2021 hat NIO eine Pressemitteilung veröffentlicht, dass die Fahrzeuge nun auch in Norwegen und damit in Europa angekommen sind. Neben den Fahrzeuge wird auch die innovative Ladetechnik in Europa aufgebaut, die sich von vielen anderen unterscheidet.

Eine innovative Ladetechnik

Natürlich können die Fahrzeuge von NIO auch über die Steckdose oder auch an einer Schnellladestation aufgeladen. Doch es gibt noch eine andere, viel schnellere Möglichkeit, zu mehr Reichweite zu kommen. NIO ist der einzige mir bekannte Hersteller, der ein System entwickelt hat, wo sich der komplette Akku automatisch austauschen lässt. Ein vergleichbares System gab es eine zeitlang in Berlin. Bei den e-Scootern der Firma Coop, ließen sich die Akkus leicht austauschen. Nur die zugehörigen Akku-Tauschstationen hatten es nicht von Taiwan, dem Sitz des Unternehmens Gogoro nach Deutschland geschafft.

Das System von NIO funktioniert automatisch und sieht aus wie eine kleine Garage mit einer integrierten Hebebühne. Das Auto wird hineingefahren und der Akku dann automatisch ausgebaut und durch einen vollständig aufgeladenen ersetzt. So ist der „Ladevorgang“ in wenigen Minuten erledigt. Der leere Akku wird in der Station für die nächsten Fahrer:innen wieder aufgeladen. Bei der neuen Power Swap Station müssen die Fahrer:innen das Auto nicht einmal mehr selbst in die Garagenbox fahren. In meinen Augen ist das mehr als eine innovative Idee. Doch es braucht dafür auch viele dieser Stationen. Noch schicker wäre es, wenn der Akku nicht nur in NIO Autos, sondern auch in andere Autos passen würde.

Akku-Swap – Ein Game Changer?

Hierzulande nimmt die Zahl der Ladesäulen zwar zu. Aber ist es keine Selbstverständlichkeit, eine passende und freie Ladesäule in der Nähe zu haben. Besonders das Aufladen auf langen Strecken ist es noch zu kompliziert. Viele haben die unbegründete Angst, dass sie mit einem Elektroauto nicht mal eben Tausende Kilometer fahren können. Zwar macht nur die wenigsten regelmäßig solche Ausflüge, aber alle wollen doch zumindest die Möglichkeit haben. Einheitliche Stecker sind ja nur ein kleiner Schritt, einfachere und unkomplizierte Ladevorgänge wären wünschenswert.

Es wäre toll, wenn der komplette Akku zwischen den Autos verschiedener Marken ausgetauscht werden könnte. Wenn es hier einen Standard gäbe, würde es die komplette Nutzung der Autos verändern. So wie beim Benzin, wo es egal ist, an welcher Tankstelle man tankt, weil immer das gleiche Zeug aus dem Hahn kommt. Dann wäre es egal, ob man einen Tesla, NIO, VW oder Mercedes fährt, wenn der Akku einfach in jedes Auto eingesetzt werden könnte. Hoffnung macht eine Initiative aus Japan, wo sich verschiedene Hersteller zusammengeschlossen haben, um austauschbare Akkus für Motorräder zu entwickeln.

NIO in meinem Portfolio

Ich glaube daran, dass dem Elektroauto die Zukunft gehört, zumindest im Personenverkehr. Für LKWs wird es vermutlich die Wasserstofftechnik sein. Vielleicht kommt auch irgendwann die Erkenntnis, dass nicht alles auf der Straße transportiert werden muss. Doch bei klassischen PKWs werden sich Elektroautos durchsetzen. Es wird viele kleine, günstige Modelle geben, die zunehmend den Individualverkehr durch komfortablere Sharing-Konzepte ersetzen werden.

Vorurteile zu Technik aus China

Bisher wurden Autos aus China oft als billige Kopien verspottet. Doch die Elektromobilität, welche durch eine einfachere Antriebstechnik ganz neue Designs ermöglicht, könnte von dort aus mit Innovationen rund um das eigentliche Fahrgefühl zu einem Siegeszug starten. Die Fahrzeuge von Tesla haben vorgemacht, wie sich das Auto weiterdenken lässt, wenn im Mittelpunkt der Computer mit seinen Sensoren steht. Es wird andere Firmen geben, die hier mit aufspringen und ganz neue Einfälle haben. NIO ist für mich ein gutes Beispiel und das Tauschkonzept der Akkus könnte sich zu einer echten Alternative zu den Schnellladesäulen entwickeln.

Momentan sind die Fahrzeuge von NIO außerhalb Chinas kaum bekannt. Auch deshalb hat der Aktienkurs noch nicht das Niveau von Tesla erreicht. Aber weil das Unternehmen ein paar Dinge anders als die Konkurrenz macht, könnte sich das bald ändern. So lässt NIO seine Fahrzeuge nicht in eigenen Werken fertigen, kann deshalb schneller wachsen und leichter in neue Märkte expandieren. Die Prognosen sind vielversprechend!

Ich spekuliere auf eine gute Zukunft für das Unternehmen und hoffe das es nicht in die Mühlen der Weltpolitik gerät, wie es Huawei ergangen ist.

Achtung: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder -empfehlung dar und sind kein Angebot und keine Werbung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anteilen an einem der auf dieser Website genannten Investmentfonds oder sonstigen Finanzinstrumenten. Die hier gezeigten Informationen ersetzen keine geeignete anleger- und produktbezogene Beratung. Wenn es Zweifel hinsichtlich der dargestellten Informationen gibt, dann wendet Euch an Euren Finanzberater. Wer ähnliche Positionen in sein Depot aufnehmen möchte, muss dies auf eigenes Risiko machen!

Der Eco-Score von Lidl

Lidl testet aktuell in den Berliner Filialen eine neue Kennzeichnung. Der Eco-Score soll zeigen, wie nachhaltig ein Produkt ist. Das ist erstmal eine gute Idee und ein wünschenswerter Ansatz, um den Verbrauchern die Wahl zu erleichtern.

Der Eco-Score von Lidl.
Die Skala des ECO-Score, fotografiert in einer Berliner Filiale im Juli 2021

Bisher ist die Produktpalette, auf denen der Eco-Score zu finden ist noch sehr überschaubar. Es gibt die Kennzeichnung bisher nur für Tee, Kaffee und Milchprodukte. Dort ist sie auch so dezent untergebracht, dass man genau hinschauen muss um die zu entdecken. Das Label findet sich nur auf den Preisschildern, nicht aber auf den Verpackungen selbst. Gemessen an der vielen Werbung, die es in Berlin gibt, ist in den Filialen nur wenig zu entdecken. Doch die Idee zählt und vielleicht etabliert sich hier ein neues Öko-Label was bald auch in anderen Geschäften zu sehen sein wird. Immerhin soll die EU-Kommission bis 2024 einen Gesetzesvorschlag vorlegen, wie eine Nachhaltigkeitskennzeichnung für Lebensmittel aussehen kann.

Die Idee ist gut

Das Potenzial ist gegeben. Hinter dem Label steht nicht Lidl selbst, sondern ein Konsortium aus Frankreich, was ihn entwickelt hat. Das Label arbeitet mit einer fünfstufigen Skala, von (gutem) grünen A bis hin zu einem (schlechten) roten E. Bewertet werden die Umwelteigenschaften des Produktes. Die Einordnung basiert auf dem PEF (Product Enviromental Footprint), den die EU-Kommission entwickelt hat.

Bestimmung des Eco-Score (Quelle: docs.score-environnemental.com)

Für die Berechnung des Eco-Score werden verschiedene Studien und Auswertungen herangezogen. Außerdem unterstützen Experten:innen vom WWF, Veolia und anderen hier weniger bekannten Unternehmen die Methodik. Grundlage sind öffentliche Daten zur Ökobilanz von Produkten aus der Agribalyse-Datenbank. Diese stellt seit 2013 Referenzdaten zu den Umweltauswirkungen von Agrar- und Lebensmittelprodukten bereit. Außerdem werden Auswirkungen auf die Umwelt durch Produktion, Transport, Herstellung und Verpackung berücksichtigt. Die Bewertung wird ergänzt durch die Angaben auf dem Produktetikett, zusätzliche Qualitätskriterien, wie die Wiederverwertbarkeit der Verpackungen, Etiketten (Bio, Qualität etc.), die Herkunft der Zutaten und Saisonalität der verwendeten Lebensmittel. Die Gesamtnote von 100 ergibt eine Punktzahl von A bis E.

Natürlich gibt es noch kein einheitliches Label in den Supermärkten, jeder kennzeichnet die aus seiner Sicht umweltfreundlichsten Produkte anders. Edeka verwendet einen Panda als Label, in Zusammenarbeit mit dem WWF. Rewe hat das „Pro Planet“-Nachhaltigkeitslabel, was Produkte kennzeichnet, die die sozial und ökologisch nachhaltig produziert werden. Andere versuchen ihre Kund:innen mit Hinweisen zu den besten Produkten zu lotsen. Wie bei anderen Labeln auch wird dieses Durcheinander solange bleiben, bis sich eines durchsetzt oder der Gesetzgeber einen Mindeststandard erlässt. Von der Methodik ist der Eco-Score schon mal gut dabei.

Was ist der Ökologische Fußabdruck

Wieviel Einfluss hat der eigene Lebensstil auf die Veränderungen des Klimas? Natürlich müssen auch die großen Sachen angepackt werden – Energiewende, Sektorkopplung, Treibhausgasausstoß, Plastikmüll und so weiter. Doch auch kleinen Veränderungen bei jedem von uns machen in der Summe viel aus. Der ökologische Fußabdruck kann eine Orientierung geben und zu wirkungsvollen Veränderungen motivieren.

Jeder hinterlässt einen Fußabdruck!
Photo by Piotr Musioł on Unsplash

Wir verbrauchen mehr Ressourcen, als uns die Erde zur Verfügung stellt. Symbolisch wird dies durch den Erdüberlastungstag dargestellt. Der weltweite Erdüberlastungstag ist üblicherweise erst im späten Sommer, doch auf die einzelnen Länder bezogen, ist er oft viel früher. In diesem Jahr hat Deutschland schon am 5. Mai die nachwachsenden Ressourcen verbraucht, die dem Land rechnerisch für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Für die Berechnung des Erdüberlastungstags werden zwei Größen gegenüber gestellt: die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen und der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.

Wir leben über unsere Verhältnisse

Das der Tag, an dem diese Ressourcen für das Jahr verbraucht sind, immer früher kommt, müsste eigentlich ein Alarmsignal für uns alle sein. Denn es bedeutet, dass wir einen immer größeren Teil des Jahres auf Pump leben und schon heute die Ressourcen der Generationen von morgen verbrauchen. Es bedeutet aber auch, dass Veränderungen, die erst später passieren, dann viel einschneidender sein müssen, als wenn man schon jetzt was macht. Noch besser wäre, wir hätten schon vor Jahrzehnten damit angefangen.

Um den Verbrauch von Ressourcen auf der persönlichen Ebene darzustellen, gibt es das Modell des Ökologischen Fußabdrucks. Denn niemand macht sich die Mühe die ganzen Studien zu diesem Thema durchzuarbeiten um anschließend Rückschlüsse auf das eigene Leben zu ziehen. Es gibt verschiedene Rechner im Internet, wo jeder anhand von Fragen seinen ökologischen Fußabdruck berechnen und leicht ausprobieren kann, welche Veränderungen den größten Einfluss hätten.

Was sagt der Ökologische Fußabdruck aus?

Die Maßeinheit für den ökologischen Fußabdruck ist die Biokapazität, welche als “globale Hektar” [gha] dargestellt wird. Weil die Fruchtbarkeit von Böden auf der Erde nicht gleich verteilt ist und Berge oder Wüsten naturgemäß weniger fruchtbar sind als Wiesen oder bewirtschaftete Äcker, würde der normale Hektar, grob die Fläche eines Fußballplatzes, nicht reichen und eine eine falsche Wahrnehmung vermitteln. Um den ökologischen Fußabdruck von unterschiedlichen Ländern oder diversen anderen Gebieten miteinander vergleichen zu können, werden die Werte in „Globalen Hektar“ pro Person und Jahr angegeben. Der Globale Hektar entspricht einem Hektar mit weltweit durchschnittlicher biologischer Produktivität.

Auf der einen Seite der Gleichung stehen die Flächen, die unser Planet Erde hat, also Wälder, Felder, Seen, Meere, Wüsten, Weiden, Steppen, Straßen und Städte. Dabei wird auch die unterschiedliche „biologische Produktivität“ der Erdoberfläche berücksichtigt. Das Ergebnis entspricht der Biokapazität der Erde.
Auf der anderen Seite der Gleichung steht die Biokapazität des Menschens, also die Energiegewinnung, der Verbrauch für Bauland und Viehzucht. Jedes Wirtschaften beansprucht Fläche. Auch Abfälle und Abgase muss die Umwelt verarbeiten. Mit dem Ökologischen Fußabdruck kann man Angebot und Nachfrage vergleichen. Wie viel Natur haben wir? Wie viel brauchen wir? Und wer nutzt wie viel?

Wir im Vergleich mit anderen.

Toll wäre, wenn die Menschheit weniger verbrauchen würde, als der Planet zur Verfügung stellt. Doch die Realität sieht anders aus. Die pro Erdenbürger verfügbare Biokapazität beträgt derzeit 1,6 gha. Dabei ist die Biokapazität noch nicht berücksichtigt, die benötigt wird, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Der sinnvoll zu nutzende Fußabdruck liegt also eigentlich deutlich unter 1,6 gha. Der ökologische Fußabdruck beträgt im Weltdurchschnitt aber 2,7 gha. Wir nutzen so viel Natur als hätten wir 1,7 Planeten Erde. Die Folgen des überhöhten Verbrauchs können wir schon heute feststellen, beispielsweise wenn Fischbestände in den Meeren immer kleiner oder die Böden durch eine intensive Ackerwirtschaft immer schlechter werden. Während die Nachfrage nach Ressourcen steigt, nimmt das Angebot ab. Auch weil wir es der Erde durch unsere Hinterlassenschaften immer schwerer machen, sich zu regenerieren.

Jeder Mensch hinterlässt eine unterschiedlich große Fußspur. Und es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. In Deutschland ist der durchschnittliche Naturverbrauch pro Kopf 4,8 gha. In Bangladesch sind es nur 0,8 gha, in Äthiopien 1,0 gha und in Nicaragua 1,8 gha.

Wie groß ist dein ökologischer Fußabdruck?

Alle Rechner funktionieren ähnlich und fragen die vier Hauptbereiche des täglichen Lebens ab. Der Wert ist ein umfassender und gut vergleichbarer Maßstab, um Umweltwirkung des eigenen Verhaltens oder zum Beispiel auch des Handelns eines Unternehmens besser einschätzen und verbessern zu können. Eigentlich müsste noch ein fünfter Bereich berücksichtigt werden, nämlich die Art von Industrien und Geschäftszweigen, die wir mit unseren Investments unterstützen. Doch dieser Bereich ist so schwer zu durchschauen, dass er nirgends berücksichtigt wird.

Die vier Bereiche sind

  1. Wohnen (z.B. Wohnfläche, Heizung sowie Strom)
  2. Ernährung (z.B. Fleisch- und Wurstverzehr, Fischverzehr, Tierische Produkte, Bio Lebensmittel, Regional und saisonal sowie Lebensmittelverschwendung)
  3. Mobilität (z.B. Bus und Bahn, Auto sowie Flugzeug)
  4. Konsum (z.B. Fuhrpark, Einrichtung, Freizeit, Kleidung, Konsumgüter, Haustiere sowie Müll)

Ich habe meinen ökologischen Fußabdruck mit dem Rechner von „Brot für die Welt“ ermittelt und mein Wert ist für Deutschland gar nicht so schlecht, aber insgesamt natürlich noch viel zu hoch.

Ich war etwas erschrocken, denn ich hätte meinen Wert geringer eingeschätzt. Aber auch wenn ich unser Auto kaum benutze, steht es doch da. Meine Wohnung ist klein, das gibt Pluspunkte für die Berechnung, aber weil ich auch Fleisch esse, ist der Teil für die Ernährung der ausschlaggebendste. Hier könnte ich vermutlich am leichtesten viel bewirken, auch wenn die Umstellung vielleicht am schwersten ist.

Die Flut der Einwegbecher

Es ist eine Verschwendung!. Irgendwo produziert, wird der Becher zu uns gebracht. Hier mit etwas heißer Flüssigkeit befüllt, von uns ein paar Schritte getragen und dann in den nächsten Mülleimer gesteckt. Oft auch irgendwo in die Umwelt geworfen. Durch Corona und die Angst vor Keimen ist die Lage noch mal schlechter geworden. Es hat den Eindruck, als ob frühere Fortschritte wieder zunichte gemacht wurden.

Die Grafik zeigt ausgewählte Daten zum Verbrauch von Einwegbechern in Deutschland.

Die Zahlen sind schockierend hoch. Stündlich sollen es 320.000 Einwegbecher sein, die in Deutschland verbraucht werden. Die Zahlen lassen sich schlecht selbst prüfen. Wer in der Stadt lebt und täglich die überquellende Mülleimer sieht, dem fallen auch die vielen Einwegbecher auf. Viele verzichten mittlerweile auf den Plastikdeckel, doch weil die meisten Becher innen mit einer dünnen Kunststoffschicht überzogen sind, ist das nur ein schwacher Trost. Allein in Berlin sollen es 460.000 Kaffee-Einwegbecher täglich sein, die ihren Weg in einen Abfalleimer finden. Täglich!

Es soll jetzt anders werden!

Daran wird auch die Ankündigung der Bundesregierung wenig ändern. Ab dem 3. Juli 2021 soll der Verkauf verschiedenen Einwegprodukten aus Plastik oder Styropor, wie Besteck oder Geschirr, Trinkhalme, Rührstäbchen sowie Wattestäbchen und Luftballonstäbe, verboten werden. Denn die Kaffeebecher aus Pappe, mit oder ohne Kunststoffüberzug, wird es auch weiter geben.

Photo by Di Bella Coffee on Unsplash

Tückisch sind besonders die Becher für Heißgetränke, die zwar wie ein Pappbecher aussehen, innen aber mit Kunststoff beschichtet sind. Eigentlich müssten diese Becher in der gelben Tonne landen, damit sie zumindest teilweise recycelt werden. Doch stattdessen landen die meisten in einem Abfalleimer und werden dann verbrannt. Schade um die Rohstoffe und die Energie, die nötig war um den Becher für diese kurze Nutzungsdauer herzustellen. Pro Jahr werden in Deutschland 2,8 Milliarden Pappbecher verbraucht. Für die Produktion werden Fasern von 43.000 Bäumen, etwa 3.000 Tonnen Rohöl und 1,5 Milliarden Liter Wasser verwendet. Am Ende entstehen daraus 40.000 Tonnen Abfall.

Selbermachen ist auch eine Lösung!

Wer daran etwas ändern möchte, kann leicht bei sich selbst anfangen. Es ist zwar etwas unbequem, aber wer einen Mehrwegbecher mitnimmt, kann sein Getränk auch gut aus dem eigenen Becher trinken. Den kann man später abwaschen und dann wieder benutzen. So ein Becher steht in vermutlich jedem Haushalt, notfalls würde auch ein Schraubglas funktionieren. Aber die meisten werden sicher einen geeigneten Mehrwegbecher haben. Oft gibt es diese als Werbegeschenk oder in einer Sammeledition.

Das Bundesumweltministerium schreibt auf seiner Seite, dass ein Mehrwegbecher mehr als zehnmal, besser mehr als 25-mal genutzt werden sollten. Erst dann wirken die ökologischen Vorteile. Viele Becher sind aus Kunststoff. Manche sind auch aus Holz (mit Kunststoff in Form gebracht) und andere aus Metall (mit Wärmeisolierung). Seltener gibt es auch welche aus Glas oder Keramik. In jedem Fall ist es leicht nachvollziehbar, dass die Herstellung mehr Energie kostet, als beim Einwegprodukt.

Das einzige womit man leben muss, ist den Becher dann wieder abzuspülen und einzupacken. So ist er beim nächsten Mal wieder griffbereit.

Im Café schmeckt der Kaffee doch besser als aus dem Pappbecher.
Photo by No Revisions on Unsplash

Noch besser ist es, den Kaffee einfach direkt vor Ort zu trinken. In einer richtigen Tasse, vielleicht mit ein paar Sonnenstrahlen und etwas Gebäck, entsteht so ein toller Moment der Achtsamkeit. So eine kleine Auszeit wirkt viel besser, als das Getränk im Alltagsstress im Laufen hinunterzukippen.

Wasserstoff – Das Wundergas

Es ist in aller Munde, Wasserstoff, das Gas was unsere Probleme lösen wird. Ein Wundergas, einfach hergestellt, soll es als „Brückentechnologie“ dabei helfen, den Weg in eine klimafreundliche Zukunft zu gehen, ohne dass wir uns dabei einschränken müssen. Doch kann das so klappen?

Wasserstoff soll im Verkehr, der Industrie und dem Alltag alle Probleme lösen.
Bild von akitada31 auf Pixabay 

Worum geht es eigentlich?

Elektrischer Strom lässt sich nur schwer speichern. Strom kann in eine andere Energieform umgewandelt werden, beispielsweise in Lage-Energie (Potenzielle Energie). Eine Pumpe pumpt Wasser in ein höher gelegenes Becken oder ein Motor bewegt eine Last. Die so gespeicherte Energie lässt sich dann wieder zurückgewinnen. Doch in Deutschland gibt es dafür nicht genügend Berge. Für eine Energieversorgung, die auf 100% Erneuerbaren Energien basiert und damit natürlichen Schwankungen unterworfen ist, stellt das ein Problem dar. Eine Alternative können Batterien sein.

Die saisonalen Schwankungen sorgen auch für unterschiedliche Anteile im Strommix. Die Frühjahrsstürme sorgen für eine Überproduktion von Windenergie. Im Sommer gibt es bei klarem Wetter viele Tage, wo die Solaranlagen für einen Großteil des grünen Stroms sorgen. Eine ausschließliche Versorgung mit erneuerbaren Energien ist so an einigen Tagen im Jahr möglich. Es gibt aber auch Tage an denen kaum etwas eingespeist wird.

Schwankungen im Strommix

Die Herausforderung besteht darin, dieses Ungleichgewicht in der Stromproduktion auszugleichen. Ein Teil kann durch Speicher passieren oder durch eine bessere Regelung der angeschlossenen Kraftwerke. Mit fossilen Energieträgern versorgte Kraftwerke, wo einfach irgendwas verbrannt wird, sind im Vergleich natürlich verlässlicher. Deshalb gibt es viele, die fordern, diese Kraftwerke für die Sicherung der Grundlast dauerhaft bereitzuhalten.

Der Strommix im Mai 2021
Stromerzeugung und Stromverbrauch, 16. bis 24 Mai 2021 – Grafik von Agora Energiewende

In dieser Grafik ist der Stromverbrauch in Deutschland in einer Woche (pinke Linie) und die Art der Stromproduktion in verschiedenen Farben erkennbar. Der Stromverbrauch verläuft in Wellen, in Form eines Lastprofils. Nachts ist der Verbrauch niedrig, er nimmt dann zu, wenn die Menschen aufstehen, ins Büro gehen, konsumieren und fällt zur Nacht hin wieder ab. Die Aufgabe der Energieversorger und Netzbetreiber ist es, das Angebot der Stromproduktion mit dem Verbrauch zusammenzubringen. Dafür werden Kraftwerke entsprechend geregelt, um mal mehr oder weniger zu produzieren. In der Grafik ist gut zu erkennen, wie die Kraftwerke mit den konventionellen Energien, wie Kohle (braun und schwarz), Erdgas (hellgrau) und Kernenergie (hellbraun), das tägliche Lastprofil abdecken.
Die Erneuerbaren Energien sind mit dazwischen und haben mittlerweile einen großen Anteil am Strommix. Doch sie sind nicht immer gleich verfügbar. Es gibt einen Teil, der sehr verlässlich Strom produziert, Biomasse und Wasserkraft, die als grüner und blauer Balken jeden Tag einen ähnlichen Betrag liefern. Aber Solarenergie (gelb) und Windenergie (dunkelblau) sind unbeständiger und schwanken stärker. Solarenergie ist noch recht gut zu kalkulieren, weil die Sonne nur die Hälfte des Tages scheint. Aber Windenergie gibt es den ganzen Tag.

Für den Ausgleich zwischen Stromangebot und Stromverbrauch gibt es den Regelenergie-Markt. Batterien oder Wasserkraftwerke können Strom aufnehmen oder abgeben. Konventionelle Kraftwerke mit großen, sich drehenden Lasten, wie Turbinen, können Schwankungen auch abfedern. Heute sind es besonders die Gaskraftwerke, die sich schnell regeln lassen, die einen Großteil der Regelenergie bereitstellen.

Herausforderungen für die Zukunft

Mit dem Verzicht auf Kernenergie, dem Aus der Kohle und irgendwann auch dem Rückgang von Gas im Energiemarkt, wird der schwankende Teil der Erneuerbaren Energien zunehmen. Durch die regionale Verteilung der Anlagen gibt es an schlechten Sonnentagen oft mehr Wind und umgekehrt. Doch weil es nicht absehbar ist, dass wir als Verbraucher deutlich weniger Energie verbrauchen oder unseren Verbrauch die Produktion anpassen können, wird dieses Problem weiter bestehen bleiben. Es gibt schon seit einigen Jahren Überlegungen, die Speicherkapazitäten auszubauen. Für Pumpspeicherkraftwerke braucht es Höhenunterschiede, aber nicht unbedingt einen Berg. Sowas würde auch unterirdisch, in alten Bergwerken funktionieren. Auch die stärkere Verbindung der europäischen Strommärkte sorgt für einen besseren Ausgleich, wenn Überkapazitäten in Pumpspeicherkraftwerken in Norwegen zwischengespeichert werden.

Doch es wird noch mehr brauchen und eine gute Möglichkeit wäre die Speicherung in Form von Wasserstoff. Das Gas ist sauber und für die Umwelt ungefährlich. Wasserstoff lässt sich leicht herstellen und mittlerweile auch gut transportieren.

Herstellung von Wasserstoff

Viele hatten es sicher im Physikunterricht: Wird Gleichstrom über zwei Drähte oder Elektroden in Wasser geleitet, fängt es an zu blubbern. Auf der einen Seite steigt dann Sauerstoff (O2) empor und auf der anderen Seite Wasserstoff (H2). Im Periodensystem steht Wasserstoff an erster Stelle und ist damit das leichteste Element. Im Experiment knallt es dann oft schön, denn Wasserstoff ist hochentzündlich (Knallgas).

Die Wasserstoff Hydrolyse wie wir sie aus dem Unterricht kennen.
Darstellung der Wasserstoffelektrolyse – Grafik von Nevit Dilmen

Als Gas lässt sich Wasserstoff leichter lagern oder transportieren als andere Stromspeicher. Und Unterirdische Kavernen oder Pipelines gibt es schon für Erdgas. Die können einfach weiterbenutzt werden. Aus Wasserstoff wird wieder Strom durch Einsatz einer Brennstoffzelle. Aber das Gas kann auch einfach verbrannt werden. Dann kann es so eine Turbine oder einen Motor antreiben.

Es könnte so schön sein!

Damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann, braucht es mehr als Strom aus erneuerbaren Energien. Hinzu kommen aber noch neue Verbraucher, beispielsweise immer mehr Elektrofahrzeuge, aber auch andere Bereiche unseres Lebens. Wärme für Gebäude muss mittelfristig anders als durch Verbrennung von Kohle oder Erdgas erfolgen. Züge können nicht weiter mit Diesel fahren und Flugzeuge müssten nachhaltig produziertes Kerosin tanken oder gleich elektrisch fliegen. Einen riesigen Energiebedarf hat auch die Industrie. Diese auf elektrische Energie umzustellen würde den Strombedarf vervielfachen.

Stünde es in großen Mengen zur Verfügung, könnten wir ohne größere Umstellungen weiterleben wie bisher. Das reine Gas kann mittels Brennstoffzelle wieder in Strom umgewandelt zu werden, in einem LKW, wo kein Platz für Akkus ist oder einem Zug. Oder der Wasserstoff wird weiterverarbeitet, zu Methan und zu Treibstoffen wie Benzin oder Diesel. Wie schön wäre es doch, wenn es so funktionieren würde. Weil es so viele Möglichkeiten gibt, die zumindest im Labor oder im kleinen Maßstab gut funktionieren, ist der Wasserstoff zum Trendthema und zu unserem Problemlöser geworden.

Verluste verderben die Energiebilanz

Doch ist es wirklich so einfach? Das größte Thema ist, dass es natürlich Verluste beim Prozess der Umwandlung (Wasserelektrolyse) gibt. Der Wirkungsgrad liegt bei gut 60 Prozent, somit geht etwa ein Drittel schon bei diesem ersten Schritt verloren. Die Verdichtung von Wasserstoff, um diesen zu lagern oder mittels Pipelines zu übertragen, kostet weitere Energie. Bei der Umwandlung von Wasserstoff in elektrischen Strom durch eine Brennstoffzelle gibt es weitere Verluste. Der Wirkungsgrad liegt auch bei gut 60 Prozent. Bei der Verbrennung ist der Heizwert relevant. Erdgas hat einen etwa dreimal so hohen Heizwert wie Wasserstoff.

Grundsätzlich ist Wasserstoff also eine Möglichkeit, Strom zu speichern und auf andere Art nutzbar zu machen. Doch lassen die Verluste die Rechnung schnell schlecht aussehen.

Farbiger Wasserstoff

Es macht einen Unterschied, mit welcher Art von Energie der Wasserstoff hergestellt wird. „Grüner Wasserstoff“ wird mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt. In der Diskussion gibt es noch andere „Farben„, obwohl das eigentliche Gas natürlich farblos ist. Es macht keinen Sinn, auf der einen Seite auf fossile Energien zu verzichten um an anderer Stelle sie zu verwenden, um Wasserstoff herzustellen. Letztlich kann nur „Grüner Wasserstoff“ eine Wende bringen.

In der allgemeinen Wahrnehmung erfährt der Wasserstoff gerade eine massive Aufwertung. Wurden aktuelle Pipeline-Projekte schon damit begründet, dass Erdgas mittelfristig Kohle und Kernenergie ablösen soll, weil bei der Verbrennung weniger Schadstoffe entstehen, gibt es nun auch Argumente, dass durch diese Pipelines in Zukunft auch Wasserstoff fließen könnte. Weil bei uns der Ausbau der erneuerbaren Energien stockt und nicht genügend Energie vorhanden ist, um an der Mehrzahl der Tage im Jahr die Grundversorgung zu stellen, soll erstmal Erdgas und später Wasserstoff die Lücke füllen.

In der Zwischenzeit könnte Wasserstoff dem Erdgas beigemischt werden und es so etwas „grüner“ machen. Weil Verbrenner nicht mehr funktionieren, wenn zu viel Wasserstoff beigemischt wurde, liegt der Grenzwert in Deutschland bei maximal 10%. Andere Länder haben eine deutlich geringere Quote. So sorgt Wasserstoff dafür, dass Erdgas viel grüner wahrgenommen wird und könnte Kraftwerksbetreibern helfen, ihre Anlagen länger am Netz zu halten, wenn diese dann das Wundergas produzieren.

Import des Wundergases

Wieviel nützt die Umstellung auf Wasserstoff als Energieträger, wenn dafür andernorts alte und deshalb billige Kohle- und Atomkraftwerke laufen? Zwar gibt es erste Projekte, wo Solarparks statt den Strom einzuspeisen vor Ort Wasserstoff produzieren, doch wird es noch eine Weile dauern, bis sich so eine Versorgungssicherheit einstellt. So wie es jetzt aussieht, wird Deutschland seinen Bedarf nicht durch Wasserstoff aus eigener Produktion decken können und weiter auf neue Importe angewiesen sein. Wir werden neue Abhängigkeiten entwickeln. Vielleicht kommt das Wundergas zukünftig aus Russland oder Afrika. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Wird Wasserstoff dort produziert, wo beispielsweise Solarstrom im Überfluss vorhanden ist, kann es ein Exportschlager werden. Aber es kann auch gut sein, dass wir uns etwas verkaufen lassen, was wir vorher abgelehnt haben. Wasserstoff aus Kohle, Kernenergie oder Erdgas kann nicht die Lösung sein.

Meine Hoffnung

Meine Hoffnung ist, dass Deutschland es schafft, erneuerbare Energien so stark auszubauen, dass auch an schlechten Tagen eine vollständige Versorgung mit Strom sichergestellt ist. Das bedeutet natürlich, dass an vielen anderen Tagen, dann viel zu viel Strom vorhanden ist. Dieser könnte in Wasserstoff und andere Folgeprodukte umgewandelt werden. Weil es Strom im Überfluss gibt und dieser an den meisten Tagen unglaublich billig ist, kann auch der Wasserstoff günstig produziert werden.

Deutschland würde vielleicht sogar Wasserstoff exportieren können. Zwar würden erneuerbaren Energien das Land prägen, jedes Haus müsste eine Solaranlage haben um den Eigenbedarf zu reduzieren. Große Solarparks und Windanlagen unterschiedlichen Typs würden die Landschaft verändern. Doch in meiner Fantasie gäbe es ein Einverständnis, weil so eine sichere und günstige Energieversorgung für alle möglich wäre. Durch deutlich weniger Emissionen würde sich nicht nur lokal und regional das Klima verbessern. Und als Nebeneffekt könnte Deutschland sich auch politisch in der Welt besser positionieren, weil es weniger Abhängigkeiten von Energieimporten und gleichzeitig einen riesigen Wissenstransfer gäbe.

Doch so sehr wir um jedes neue Windrad kämpfen, wird meine Fantasie wohl eine solche bleiben.

Unterstützung durch Mikrokredite

Bringen Spendenmitgliedschaften mehr als ein Wohlempfinden bei uns? 5 Euro für den Regenwald, den Tiger oder Menschen irgendwo in der Welt? Schafft das tatsächliche Veränderungen oder nur neue Abhängigkeiten? Eine Alternative können Mikrokredite sein.

Straßenszene an einem fernen Ort
Photo by Erick Kiarie on Unsplash

Vor mehr als 10 Jahren habe ich einen Artikel in der ZEIT gelesen, der auf der Webseite immer noch abrufbar ist (Bezahlschranke). In diesem Artikel wurde der Frage nachgegangen, was Mikrokredite bringen und verändern können. Der Autor ist mehrere Male seinem Geld nachgereist, um zu sehen, was es regional bewirkt hat. Kurz nach dem Lesen des Artikels habe ich mich selbst bei der im Artikel genannten Plattform Kiva angemeldet und mich in den letzten 10 Jahren an fast 180 Projekten beteiligt. Dieser Beitrag soll sich um meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema Mikrokredite drehen. Meiner Ansicht nach, ist es eine befriedigende Art Geld zu spenden und damit auch Gutes zu tun.

Ein Blick über den Tellerrand

Im Vergleich zu vielen anderen Menschen auf der Welt geht es uns in Europa sehr gut. Keine bis wenig bewaffnete Konflikte, keine Vertreibung, recht faire Staaten, die sich um uns kümmern, wenn es uns mal schlecht geht. Niemand wird sich selbst überlassen. Es gibt Hilfe, wenn man sie braucht. Auch viele Folgen des Klimawandels werden recht gut an uns vorübergehen.

Wir leben auf der Sonnenseite des Lebens! Bei der Konfrontation mit schlimmen Bildern von anderen Orten der Erde lenken wir uns schnell ab. Nur rund um die Feiertage können wir uns dem Elend der Welt schlechter entziehen. Die vielen Spendenaufrufe in den Werbepausen oder die jungen Leute mit den Klemmbrettern, die uns beim Einkaufen stören und uns auf eine Spendenmitgliedschaft ansprechen. Mit ein paar Daten und 5 Euro im Monat lässt sich schnell ein gutes Gefühl kaufen. Ist das Gewissen erst so beruhigt, lässt sich das Elend in der Welt viel leichter verdrängen. Doch helfen diese Spenden – also langfristig – wirklich weiter?

Spenden vs. Aufbauhilfe

Eines ist sicher klar, im Falle von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung braucht es die Spendenbereitschaft um etwas Linderung zu verschaffen. Doch für langfristige Perspektiven ist es besser, die Möglichkeit zur Selbsthilfe zu geben, damit Menschen unabhängig von Spenden ihr Leben gestalten können.

Für viele Probleme in den Regionen sind wir auch selbst verantwortlich, weil unser Lebensstil es erfordert, dass wir andere für uns arbeiten lassen. Erst beuten wir die Rohstoffe in fernen Regionen aus. Dann exportieren wir unseren Müll und Schrott, weil dies günstiger für uns ist. Ähnlich ist es mit unserem Konsum an Kleidung und den riesigen Warenströmen an Billigtextilien. Von den ganzen Auswirkungen, die durch unseren Bedarf an fossilen Brennstoffen weltweit entstehen, will ich an dieser Stelle gar nicht schreiben.

Um Menschen dabei zu unterstützen, unabhängiger zu leben, braucht es in erster Linie Geld, um die nötige Anschubfinanzierung zu geben.

Doch Geld, was ohne Gegenleistung ausgezahlt wird, sorgt nicht unbedingt dafür, dass es auch zielführend eingesetzt wird. Andererseits ist es vielen Menschen nicht möglich, Geld von Banken geliehen zu bekommen. Viele haben gar kein Konto und Zinsen bei Kreditgebern sind weit von dem entfernt, was wir hier gewohnt sind. Die Kreditgeber selbst müssen auch höhere Gebühren zahlen, um sich das Geld an den Kapitalmärkten zu besorgen.

Wie funktioniert Kiva?

Als Darlehensgeber (Lender) kann jeder über Organisationen wie Kiva Partnern vor Ort (Field Partner) Geld geben. Diese geben es dann an die Kreditempfänger (Entrepreneurs) weiter. Die Darlehensgeber stellen Kiva ihr Guthaben zinsfrei zur Verfügung und Kiva selbst berechnet ihren Partnerorganisationen ebenfalls keine Zinsen. Das lokale Mikrofinanz-Institut vor Ort berechnet dem Darlehensnehmer jedoch Zinsen, um seine eigenen Kosten zu decken und geht unter Umständen auch mit dem Kredit in Vorkasse, bis auf Kiva die benötigte Summe zusammengekommen ist.

Über Kiva werden können die Field Partner also Kredite günstiger vergeben, mit etwas geringeren Zinsen für den Kreditempfänger, weil sie sich das Geld günstiger am Kapitalmarkt besorgen können. Es funktioniert dann so, dass Menschen, die einen Kredit für etwas brauchen, sich mit einem Profil und ihrem Anliegen vorstellen. Auf Kiva wird das benötigte Geld mittels einem Crowdfunding eingesammelt und dann über den Field Partner an den Kreditnehmer ausgezahlt. Der Kredit wird dann über mehrere Monate zurückgezahlt. In den meisten Fällen bekommen die Darlehensgeber ihr Geld wieder zurück, können es sich auszahlen lassen oder in neue Projekte investieren.

Meine Erfahrungen mit Kiva

Die Kredite sind zwischen einigen Hundert bis manchmal einigen Tausend Dollar groß und die Mindestsumme, um sich zu beteiligen, liegt bei 25 Dollar. Die Zwecke der Kredite können dabei sehr unterschiedlich sein. Ich habe Projekte unterstützt wo es um Solarlampen ging, den Bau von Toiletten, Einkauf von Farmgerätschaften, Finanzierung von Schulkrediten oder Auf- und Ausbau von Geschäftsideen.

Meine Kiva-Bilanz im Mai 2020
Mein Kiva-Portfolio – Stand Mai 2021

Ich habe für mich entschieden, dass ich keine Projekte unterstütze, die sich nicht von selbst tragen. Es gibt viele Wünsche nach Darlehen, um Vorräte für ein Geschäft zu kaufen bzw. Rohstoffe um die Produktion auszubauen. Was ich auch nicht gern unterstütze ist der Kauf von Tieren oder speziellen Saatgutarten. Mir ist zwar bewusst, dass jemand der sich ein Dutzend Hühner kauft auch ein Geschäft damit aufbaut, doch ähnlich wie mit den Rohstoffen oder Vorräten habe ich den Eindruck, dass sich das nicht langfristig trägt. Ich möchte nicht immer wieder für die gleiche Sache Geld investieren, weil es sich dann wie eine Spende anfühlt und ich den Eindruck habe, dass das Geschäft nur durch immer neue Geldspritzen funktioniert. Vielleicht liege ich auch falsch damit, doch ich unterstütze lieber Projekte, wo ich den Sinn besser sehen kann.

Welche Projekte unterstütze ich?

Ich unterstütze überwiegend von Frauen geleitete Projekte. Ob Frauen besser mit Geld umgehen können, zuverlässiger sind oder aus anderen Gründen vorgeschickt werden, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht wirtschaften sie einfach besser, weil sie auch ihre jeweiligen Haushalte und die Kindererziehung managen müssen.

Bei den Kategorien unterstütze ich vieles was mir sinnvoll erscheint. Ich mag Projekte, die Lebensumstände verbessern, wie Solarlampen um auch nach Einbruch der Dunkelheit was machen zu können. Auch den Bau von Toiletten oder Ausbau von Häusern unterstütze ich gern. Super sind Projekte, wo in schwierigen Regionen Möglichkeiten geschaffen werden um eigene Geschäfte aufzubauen, beispielsweise durch den Kauf von Nähmaschinen. Manchmal gibt es auch Kredite um Schulgebühren, Unterrichtsmaterialen oder ähnliches zu finanzieren. Aus meiner Sicht sorgt das alles dafür, um langfristig die Lebensumstände zu verbessern.

Ich unterstütze in der Mehrzahl von Frauen geleitete Projekte.
Ein breiter Mix an Sektoren.

Kiva ist eine Non-Profit-Organisation und ist selbst auch auf Spenden angewiesen. Bei jedem Kredit wird um eine Beteiligung an den Kosten der Plattform geworben. Es gibt die Möglichkeit, bei jeder Transaktion etwas zu spenden oder die Tilgungsraten an Kiva auszahlen zu lassen.

Manchmal gibt es auch Aktionen wo ein großer Geldgeber bestimmte Kredite unterstützt. Das ist eine gute Sache um neue Mitglieder auf die Plattform zu holen. Doch auch ohne diese Aktionen kann ich die Plattform jedem empfehlen, der mit einem bewussteren Gefühl Geld spenden möchte um damit etwas in der Welt zu bewirken.

Meine Bilanz bei Kiva

Ich habe mir bisher kein Geld wieder ausgezahlt. Wenn Gelder zurückgezahlt werden, investiere ich diese in neue Projekte. Das Ganze ist kein Modell um Geld gewinnbringend anzulegen.

Aktuell habe ich 120 Dollar zur Verfügung. In der Kategorie „Eco friendly“ habe ich ein Projekt gefunden, wo für 575 Dollar einem Mitglied der Gruppe ein spezieller Solar-Ofen gekauft wird. Dem Projekt fehlten noch 200 Dollar, die ich jetzt hinzugefügt habe, zusätzlich 30 Dollar für Kiva als Spende. Laut Plan sollen im Juni gut 80 Dollar zurückgezahlt werden, die ich dann wieder in neue Projekte schieben werde.

Blick ins Portfolio – Mai

Seit einigen Monaten habe ich ein zweites Depot, um aktiver mit Aktien und ETFs handeln zu können. Mein Gedanke war, dass es ja nicht viel Sinn macht, Geld nur auf dem Tagesgeldkonto zu lassen, wenn ein Teil davon auch an anderer Stelle für mich arbeiten könnte. Außerdem wollte ich mich bewusster mit nachhaltigen Investments auseinandersetzen. Dabei bin ich auf die Seite der ECOreporter gestoßen, wo es gute Analysen der verschiedenen Aktientitel gibt. Ich muss zugeben, dass mir etwas Hilfe ganz gut tut, denn ich bin eher impulsiv beim investieren, was ja nicht so gut ist. Wenn andere in Panik geraten, lasse ich mich davon leicht anstecken.

Die Anfänge meiner aktiven Investments

Als der Hype um Kryptowährungen anfing in der Presse erste Wellen zu schlagen, vor ein paar Jahren, habe ich das erste Mal angefangen aktiver zu handeln. Ich habe mir ein Konto bei einer Handelsplattform angelegt, gut 200 Euro investiert und mich in die Chartanalyse eingelesen. Manchmal dachte ich, dass ich den Dreh ganz gut raus hatte, doch vermutlich waren es eher Glück und generell steigende Kurse, die mir nach einigen Monaten etwas mehr als 100% Gewinn einbrachten.

Ich dachte natürlich, dass ich jetzt wüsste wie es geht und habe mein Weihnachtsgeld investiert, nur um dann im Januar den Absturz von Bitcoin direkt mitzuerleben. Weil alle anderen Kurse auch im Sturzflug waren bzw. nur noch zitternde Seitwärtsbewegungen machten, waren keine wirklichen Gewinne mehr möglich. Glücklicherweise habe ich die Anteile dann liegen gelassen und sie nicht so weit unter Wert wieder in Euro zurückgetauscht. Jetzt, wo der Bitcoin-Kurs in neuen Höhen ist, sind die paar Euro, die ich damals investiert hatte, wieder ganz gut angewachsen. Doch ich lasse sie jetzt einfach liegen, denn der Kurs ist viel zu hoch um noch etwas nachzukaufen und zum aktiven Handeln fehlt mir die Zeit.

Traden kann doch jeder, oder?
Handeln macht sich nicht von allein – Photo by Austin Distel on Unsplash

Traden kann doch jede:r, oder?

Richtig zu handeln kostet viel Zeit. Das war eigentlich die wichtigste Lektion, die mich das Handeln mit Kryptowährungen gelehrt hat. Nachdem ich mich etwas in das Thema eingelesen hatte, habe ich gleich bei den ersten Käufen den Rausch und auch die Sorgen erlebt, wenn die Kurse steigen oder fallen. Ich glaubte zwar, die verschiedenen Signale zu erkennen und entsprechend zu deuten, aber letztlich war das nicht mehr als bewusstes Würfeln. Nicht ohne Grund ist das Handeln ein richtiger Beruf. Ich musste mir eingestehen, dass ich dass nicht einfach so nebenbei machen konnte, wenn ich mehr als zufällige Gewinne erzielen wollte. Und natürlich habe ich mich auch dazu verleiten lassen, bei stark fallenden Kursen schnell zu verkaufen anstatt den Markt besser zu beobachten. So laienhaft wie ich das aktive Handeln betrieben habe, war es nicht viel mehr als ein Glücksspiel.

Doch so ganz kann ich nicht davon lassen. Zu sehr locken auch die Gewinne, die sich mit einzelnen Aktienoptionen erzielen lassen. Deshalb habe ich mir vor einigen Monaten ein Depot bei einer dieser Firmen zugelegt, die in den Sozialen Medien viel Werbung machen. Mir ist eine vernünftige App wichtig, denn mit dem Depot bei meiner Bank bin ich nie so richtig warm geworden. Zugegeben, als ich das Depot damals dort hatte, habe ich mich kaum mit dem Thema beschäftigt und nach den Kurssprüngen der Gamestop-Aktie, wo auch mein Depotanbieter den Handel gedrosselt hatte, habe ich mir wieder ein Depot bei meiner Bank zugelegt.

Mit gutem Gewissen investieren

Ich möchte in meinem Depot nur Positionen haben, die aus meiner Sicht nachhaltig sind und von denen ich mir gute Gewinne verspreche. Entweder weil ich die Unternehmen kenne und ahne, dass es denen in Zukunft gut gehen könnte, oder weil die Unternehmen Vertreter von Branchen sind, denen es gerade ganz gut geht. Aber manches ist sicher auch hier nur Würfeln auf teurem Niveau.

Achtung: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder -empfehlung dar und sind kein Angebot und keine Werbung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anteilen an einem der auf dieser Website genannten Investmentfonds oder sonstigen Finanzinstrumenten. Die hier gezeigten Informationen ersetzen keine geeignete anleger- und produktbezogene Beratung. Wenn es Zweifel hinsichtlich der dargestellten Informationen gibt, dann wendet Euch an Euren Finanzberater. Wer ähnliche Positionen in sein Depot aufnehmen möchte, muss dies auf eigenes Risiko machen!

Ich handele momentan nicht wirklich in meinem Depot. Über einen Sparplan kaufe ich dort einen ETF und ansonsten habe ich einen monatlichen Dauerauftrag um einen kleinen Betrag dort anzulegen. Wenn immer etwas zusammen gekommen ist, dann kaufe ich Aktien, die mir gerade sinnvoll erscheinen. Von einer Position habe ich mich schnell wieder getrennt, Senvion, weil der Kauf doch nicht so schlau erschien. Senvion war mal eine großer Hersteller von Windenergieanlagen, einst hießen sie RePower, dann verloren sie die Namensrechte und mussten vor gut zwei Jahren Insolvenz anmelden. Die Aktie ist billig, um die 20 Cent und vor ein paar Wochen gab es einen Kurssprung auf 60 Cent. Ich habe natürlich zu spät gekauft und dann ein paar Meldungen gelesen, dass dieses Kursfeuer doch eher ein letztes Aufflackern war.

Ein Blick in mein Depot

Neben einem ETF, dem Global Clean Energy, von dem ich monatlich über einen Sparplan für 30 Euro Anteile kaufe, habe ich die folgenden Aktien in meinem Depot.

Hersteller von Windenergieanlagen
  • Vestas ist ein dänischer Hersteller von Windenergieanlagen. Weil ich bisher in meiner Arbeit hauptsächlich mit Anlagen dieses Herstellers zu tun habe und mir das Unternehmen irgendwie sympathisch ist, habe ich die Pressemeldungen der letzten Zeit auch stärker verfolgt. Windenergie boomt ja weltweit und da spielt Vestas gut mit, weil die Anlagen gut sind und auch der Service zuverlässig ist. Die Aktie ist eine der teuersten in meinem Depot, aktuell um die 180 Euro, aber nach einer Talfahrt entwickelt sich der Kurs gerade wieder gut.
  • Nordex ist auch ein Hersteller von Windenergieanlagen, etwas günstiger als Vestas, wird auch nicht so oft gekauft. Aber die machen auch gute Anlagen und letztlich ist es immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wer gerade die bessere Anlage hat und wessen Anlagen deshalb eher bestellt werden.
Entwickler von Solar- und Windprojekten
  • ReneSola ist ein ein weltweit führender Entwickler und Betreiber von Solarprojekten. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung, das Baumanagement und die Finanzierung von Solarprojekten. Die Aktie ist nicht teuer und hat im letzten Jahr große Gewinne gemacht und steht nach einem Kurseinbruch immer noch sehr gut da. Weil Solar weltweit boomt gehe ich davon aus, dass sich der Kurs weiter erholen wird.
  • Die Firma PNE macht Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien in Deutschland und als einer der Großen im Lande, haben sie auch das Potenzial gute Projekte umzusetzen. Jetzt, wo der Preisdruck auf Projekte zunimmt, werden es eher die Großen sein, die dem standhalten können. Die Aktie hat sich im Laufe des letzten Jahres gut entwickelt, doch ich habe noch nicht viel Gewinn damit gemacht. Weil die allgemeine Lage in der Windbranche noch angespannt ist, hoffe ich hier auf eine bessere Zukunft.
  • Iberdrola ist einer der großen europäischen Energieversorger, mit Projekten in aller Welt und riesigen Wachstumsplänen. Und weil ich eine besondere Beziehung zu dem Unternehmen habe, wollte ich ein paar Aktien kaufen. Doch der Kurs entwickelt sich nicht so prächtig, so dass ich vermutlich nichts nachkaufen werde.
  • Mit der Firma Encavis hatte ich ein paar Berührungspunkte. Das Unternehmen investiert in Solar- und Windparks, betreibt diese auch und macht die Betriebsführung. Der Kurs ist aber gerade etwas eingebrochen.
Wasserstoff und Silizium
  • Plug Power ist ein Hersteller von Brennstoffzellen, der ganz gute Kursentwicklungen hatte. Vielleicht habe ich aber hier den günstigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpasst. Da muss ich mal genauer nachlesen.
  • Auch ein Tipp aus dem Internet ist REC Silicon. Der norwegische Hersteller von Silizium, der überwiegend in den USA produziert, profitiert von der Nachfrage nach Silizium für Akkus. Mehr E-Mobilität bedeutet für die nächsten Jahre auch mehr Bedarf an Silizium. Der Abbau steht ja etwas in der Kritik, weil dafür viel Wasser benötigt wird. Man kann darüber diskutieren, ob diese Aktie in ein nachhaltiges Depot gehört. Ich denke, dass wir für den Umstieg auf einen nachhaltigeren Konsum so schnell wie möglich weg von fossilen Brennstoffen kommen müssen. Der Abbau von Silizium für mehr Akkus ist deshalb ein notwendiges Übel, das lokal für Probleme sorgt, dem großen Ganzen aber nützt. Mittelfristig wird es andere Alternativen geben, Feststoffbatterien und auch ein Recycling von Silizium.
  • GCL Poly Energy ist eine weitere Firma im Bereich der Produktion von Silizium, aus China. Das Unternehmen produziert aber auch Solarzellen und macht Solarprojekte.
Elektromobilität
  • Von NIO habe ich in einem Zeitungsartikel gelesen und dort wurde die Firma als der Tesla Chinas benannt. Ich hatte vorher noch nie von der Firma gehört. Doch die Autos sehen schick aus und besonders deren Ladekonzepte finde ich spannend. Die haben so eine Art Garage entwickelt, wo man reinfährt, das Auto auf eine Hebebühne kommt, ein Roboter den Akku rausnimmt und einen neuen reinsteckt. Damit geht das „Aufladen“ viel schneller. Natürlich braucht es dafür eine entsprechende Infrastruktur und die ist in China vermutlich einfacher zu erschaffen als in Europa. Aber solche Vorreiter können vielleicht Trends setzen in der noch jungen Branche.
Passen irgendwie gut mit ins Portfolio
  • Ein anderer Internetfund ist die Nilfisk Holding, ein dänischer Hersteller von Reinigungsgeräten. Dagegen ist aus Sicht von nachhaltigen Investments ja nichts zu sagen und die Gewinne sind ganz ordentlich gewesen im letzten Jahr. Für mich ist es eher ein Unternehmen, um etwas Streuung in das Depot zu bringen.
  • Das norwegische Finanzunternehmen Storebrand ist auch so ein Internetfund, die viel im Bereich Erneuerbare Energien machen sollen. Doch ich muss mich noch stärker mit dem Unternehmen beschäftigen.
  • L’Occitane ist auch ein Tipp aus dem Internet, ein Hersteller von Naturkosmetik. Ich habe aber keinen besonderen Bezug zu der Firma. Die Aktie kostet nur ein paar Euro und hat sich im letzten Jahr gut entwickelt. Und weil der Trend mit Naturkosmetik anhalten wird, sollte das auch gut weitergehen.
  • Die Umweltbank habe ich auch zur Streuung mit in mein Depot genommen. Viele Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien werden entweder mit Krediten der DKB oder der Umweltbank finanziert. Mehr Projekte gleich mehr Kredite gleich mehr Gewinn für die Bank. Mal sehen ob diese Rechnung so aufgeht.

Ausblick

Ich habe mir vorgenommen in regelmäßigen Abständen den Bestand meines Depots hier darzustellen und so andere etwas zu inspirieren, mehr Nachhaltigkeit im eigenen Depot zu fördern. Da ich kein Händler bin, der jeden Tag oder sogar mehrmals täglich die Kurse checkt, werde ich sicher die ein oder andere Entwicklung verschlafen. Hoffentlich schlägt es dann durch die Streuung nicht so ins Gewicht.