Der Eco-Score von Lidl

Der Discounter Lidl testet aktuell in den Berliner Filialen eine neue Kennzeichnung, den Eco-Score, der zeigen soll, wie nachhaltig ein Produkt ist. Das ist erstmal eine gute Idee und ein wünschenswerter Ansatz, um den Verbrauchern die Wahl zu erleichtern.

Die Skala des ECO-Score, fotografiert in einer Berliner Filiale im Juli 2021

Bisher ist die Produktpalette, auf denen der Eco-Score zu finden ist noch sehr überschaubar. Momentan gibt es die Kennzeichnung nur für Tee, Kaffee und Milchprodukte und dort ist sie auch so dezent untergebracht, dass man genau hinschauen muss um die zu entdecken. Das Label findet sich nur auf den Preisschildern, nicht aber auf den Verpackungen selbst. Gemessen an der vielen Werbung, die es in Berlin gibt, ist in den Filialen nur wenig zu entdecken. Doch die Idee zählt und vielleicht etabliert sich hier ein neues Öko-Label was bald auch in anderen Geschäften zu sehen sein wird. Immerhin soll die EU-Kommission bis 2024 einen Gesetzesvorschlag vorlegen, wie eine Nachhaltigkeitskennzeichnung für Lebensmittel aussehen kann.

Das Potenzial, dass der Eco-Score sich bis dahin als ein möglicher Standard verbreitet, ist gegeben, den hinter dem Label steht nicht Lidl selbst, sondern ein Konsortium aus Frankreich, was ihn entwickelt hat. Das Label arbeitet mit einer fünfstufigen Skala, von (gutem) grünen A bis hin zu einem (schlechten) roten E. Bewertet werden die Umwelteigenschaften des Produktes und die Einordnung basiert auf dem PEF (Product Enviromental Footprint), den die EU-Kommission entwickelt hat.

Bestimmung des Eco-Score (Quelle: docs.score-environnemental.com)

Für die Berechnung des Eco-Score werden verschiedene Studien und Auswertungen herangezogen. Außerdem unterstützen Experten:innen vom WWF, Veolia und anderen hier weniger bekannten Unternehmen die Methodik. Neben öffentlichen Daten zur Ökobilanz von Produkten aus der Agribalyse-Datenbank, welche seit 2013 Referenzdaten zu den Umweltauswirkungen von Agrar- und Lebensmittelprodukten bereitstellt, werden auch Auswirkungen auf die Umwelt durch Produktion, Transport, Herstellung und Verpackung berücksichtigt. Zusätzlich fließen die Angaben auf dem Produktetikett sowie zusätzliche Qualitätskriterien, wie die Wiederverwertbarkeit der Verpackungen, Etiketten (Bio, Qualität etc.), die Herkunft der Zutaten und Saisonalität der verwendeten Lebensmittel in die Bewertung mit ein. Die Gesamtnote von 100 ergibt eine Punktzahl von A bis E.

Natürlich gibt es noch kein einheitliches Label in den Supermärkten, jeder kennzeichnet die aus seiner Sicht umweltfreundlichsten Produkte anders. Edeka verwendet einen Panda als Label, in Zusammenarbeit mit dem WWF. Rewe hat das „Pro Planet“-Nachhaltigkeitslabel, was Produkte kennzeichnet, die die sozial und ökologisch nachhaltig produziert werden. Andere versuchen ihre Kund:innen mit Hinweisen zu den besten Produkten zu lotsen. Wie bei anderen Labeln auch wird dieses Durcheinander solange bleiben, bis entweder die Regulierung einen Mindeststandard setzt oder sich ein Label durchsetzt. Von der Methodik ist der Eco-Score schon mal gut dabei.

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