Blick ins Portfolio – Oktober

In den letzten Monaten habe ich mein Depot etwas umgestellt, um verschiedene Strategien nicht miteinander zu vermischen. Deshalb wird es Zeit ein Update zu schreiben und zu zeigen, was sich seit dem letzten Beitrag im Mai verändert hat.

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Aktuell habe ich vier Depots oder Konten, mit denen ich verschiedene Ansätze verfolge.

  • Das Depot, was zum längerfristigem Sparen gedacht ist, liegt bei einem Anbieter, wo ich mit einem Sparplan in Aktien- und Mischfonds investiere. Hier tausche ich mich regelmäßig mit meinen Finanzberatern aus, um von deren Expertise zu profitieren und keine vorschnellen Änderungen zu machen.
  • Ein Depot für nachhaltige Aktien halte ich weiterhin bei der Plattform, die ich auch im Mai schon verwendet habe. Bei der Auswahl der Positionen orientiere ich mich vor allem an den Artikeln von EcoReporter und dem, was ich sonst aus der Presse so höre. Um dieses Depot soll es in diesem Beitrag gehen.
  • Bei meiner Hausbank habe ich ein weiteres Depot eingerichtet, wo ich kostenlose Sparpläne für ETFs habe. Diese habe ich so ausgesucht, dass sie einen möglichst nachhaltigen Fokus haben. Ob das wirklich eine gute Entscheidung war, werde ich in einem der nächsten Beiträge klären, denn es wird nötig sein, hier genauer hinter die Kulissen zu schauen.
  • Letztlich habe ich noch ein Konto bei einer Handelsplattform für Kryptowährungen. Ich habe das Handeln dort als Anreiz genommen um mich genauer in die Charttheorie einzulesen, damit ich weniger rate und öfter besser überlegte Entscheidungen treffe.

Veränderungen in meinem Aktien-Depot

Wie bereits angesprochen, möchte ich in meinem Aktien-Depot nur Positionen haben, die aus meiner Sicht nachhaltig sind. Vielleicht verzichte ich damit auf Gewinne, die in anderen Branchen möglich wären, doch ein gutes Gewissen ist mir im Moment wichtiger. Kurzfristige Verluste kann ich mir hier eher erlauben und sie sind auch lehrreich. Mein Fonds-Depot weist eine viel höhere Diversifikation auf und hier investiere ich zusätzlich zu bewusst nachhaltigen Fonds, wie dem Ökovision, auch in klassischere Fonds, die es auf die Empfehlungsliste meiner Finanzberater geschafft haben. Vermutlich habe ich deshalb bisher auch keine großen Verluste verbuchen müssen.

Bevor ich genauer zeigen kann, von welchen Unternehmen ich aktuell Anteile in meinem Depot habe, hier noch mal ein Disclaimer.

Achtung: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder -empfehlung dar und sind kein Angebot und keine Werbung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anteilen an einem der auf dieser Website genannten Investmentfonds oder sonstigen Finanzinstrumenten. Die hier gezeigten Informationen ersetzen keine geeignete anleger- und produktbezogene Beratung. Wenn es Zweifel hinsichtlich der dargestellten Informationen gibt, dann wendet Euch an Euren Finanzberater. Wer ähnliche Positionen in sein Depot aufnehmen möchte, muss dies auf eigenes Risiko machen!

Ein Blick in mein Depot

Meinen ETF-Sparplan habe ich beendet und verkauft, weil es mir zu kompliziert erschien, die Anteile in das Depot eines anderen Anbieters umziehen zu lassen. Die ursprüngliche Sparrate war auch nicht so hoch, dass es einen großen Unterschied gemacht hätte. Bei dem Depot meiner Hausbank bekomme ich gerade kostenlose ETF-Sparpläne und so kaufe ich monatlich Anteile an drei ETFs mit einem nachhaltigen Fokus. Aber ich muss diese nochmal genauer hinterfragen um zu verstehen, was ich da eigentlich kaufe.

Von welchen Positionen ich mich getrennt habe

Einige Positionen habe ich in meinem Depot wieder verkauft. Darunter zählen auch meine Anteile an Vestas, rückblickend eher aus einer Kurzschlussreaktion heraus. Das Unternehmen konnte in den letzten Monaten ein paar große Aufträge vermelden, insbesondere für Offshore-Projekte. Aber es gibt auch andere Meldungen. So hat Vestas vor kurzem verkündet, das Brandenburger Werk in Lauchhammer, wo seit 2002 viele Rotorblätter gefertigt wurden, zum Jahresende zu schließen. Das Onshore-Geschäft ist in Deutschland schwieriger geworden und es wird abzuwarten sein, ob eine neue Bundesregierung wirksame Hebel findet, um den Ausbau wieder anzukurbeln.

Die Aktie der Firma Encavis hat sich nicht so weiterentwickelt wie ich es gehofft habe. Das Unternehmen betreibt ja Windparks und durch schlechtes Wetter, hat das Unternehmen weniger Gewinne gemacht als gedacht. Schon bei meinem letzten Bericht zeigte sich ein Einbruch des Kurses, doch damals gab es ja durchaus Hoffnungen auf Besserung im Jahresverlauf, schließlich waren durch Corona viele Kurse in straucheln geraten. Um nicht endlos die Verluste mitzutragen, habe ich aber ein Stopp-Signal gesetzt und die Anteile dann automatisch verkauft, als dieses erreicht wurde. Zuletzt gab es Meldungen, dass das Unternehmen sein Portfolio mit Anlagen in Frankreich erweitern konnte. Momentan ist mir der Ausblick aber zu unsicher.

Auf Nordex hatte ich als günstige Alternative zu Vestas gehofft, mich aber nach Gesprächen mit Marktbeobachtern dann von der Position getrennt. Einerseits sind die Zukunftsaussichten von Windprojekten in Deutschland weiter düster, was sich auch den weiter unterzeichnetet EEG-Ausschreibungen ablesen lässt. Anderseits hat das Unternehmen schon eine Weile keine neue Anlage mehr vorgestellt und damit auch keine großen Aufträge vermelden können. Auch im Rennen um immer größere Anlagen mit immer mehr Leistung wirkt das Unternehmen abgehängt.

Ein kleines Debakel erlebe ich gerade mit den Aktien von GCL Poly Energy. Die Aktie hat zwar in einem Jahr einen Gewinn von mehr als 800% gemacht. Seit ich sie habe musste ich jedoch Verluste von 34% hinnehmen. Momentan kostet eine Aktie um die 20 Cent, deshalb ist der Verlust nicht so schmerzlich. Doch es ist ärgerlich, weil die Aktie bei meinem Broker nicht mehr gelistet ist und ich sie damit auch nicht mehr verkaufen kann. Also lasse ich sie erstmal liegen – bleibt mir ja auch nichts anderes übrig…

Kurzzeitig habe ich Aktien von Blackberry gehalten, weil ich mich durch Beiträge auf Reddit dazu habe verleiten lassen. Doch die Kursrallye hat sich schnell wieder gedreht und ich habe ein paar Tage nach dem Kauf mit etwas Verlust wieder verkauft. Ähnlich ging es mir mit Aktien von Cleeveland Cliffs, wo zwar der Hype länger anhielt und die Aktie aktuell noch im Steigen ist, doch die Position überhaupt nicht zu meinem nachhaltigen Ansatz passt, schließlich handelt es sich um einen großen amerikanischen Bergbaukonzern.
Ich habe direkt gelernt, wann der Einstieg in eine Position eigentlich zu spät ist. Wenn das Netz brodelt und ein Hype entsteht, ist die Aktie in den meisten Fällen schon kurz vor dem Einbruch. Es wäre hier besser gewesen, einen kühlen Kopf zu behalten anstatt gierig zu werden.

Bei Plug Power habe ich im Mai die Abwärtsbewegung mit einem automatischen Stopp-Signal beendet. Rückblickend hätte ich noch ein zwei Monate warten sollen, um ein paar Kursgewinne mitnehmen zu können.

Auch meine paar wenigen Aktien von Iberdrola habe ich wieder verkauft. Der Kurs entwickelte sich nicht wirklich, was man vielleicht auch bei so einem großen Unternehmen nicht erwarten kann. Aber nur aus sentimentalen Gründen wollte ich nicht weiter dabei sein und habe die Anteile ebenfalls bei Unterschreiten eines Stopp-Signals verkauft.

Welche Positionen sind neu dazugekommen

Ein vielversprechendes Unternehmen ist BioNTech, was mit der Entwicklung von Corona-Impfstoffen große Erfolge feiern konnte. Für mich klingt diese schnelle und erfolgreiche Adaption eines ganz neuen Ansatzes für Impfungen nach einem guten Kandidat für einen zukünftigen Nobelpreis. Doch auch wenn es damit noch etwas dauert, so bieten die mRNA-Arzneien doch das Potenzial, zukünftig auch ganz andere Krankheiten zu behandeln. Ich habe wahrscheinlich etwas spät Aktien gekauft, denn gerade muss ich Verluste hinnehmen, doch ich bin zuversichtlich, dass es für das Unternehmen weiter bergauf geht.

Eine weitere Position, den den Weg in mein Portfolio gefunden hat, ist United Natural Foods, kurz UNFI. Auf das Unternehmen bin ich durch eine Internetseite aufmerksam geworden und weil es auf natürliche und organische Lebensmittel spezialisiert ist, passte es gut in meinen nachhaltigen Aktienkorb.

Eine Aktie, die auch gute Dividenden verspricht, ist die Deutsche Post, die auch gut zu meinem nachhaltigen Kontext passt. Ich muss das aber nochmal genauer untersuchen, denn mir sind nur die Bemühungen in Erinnerungen geblieben, eigene Elektro-Lieferfahrzeuge zu entwickeln.

Statt den Aktien der Encavis habe ich in der Zwischenzeit in Energiekontor investiert. Das Unternehmen verfolgt einen anderen Ansatz und entwickelt Solar- und Windprojekte in erster Linie für den Eigenbedarf. Ab und zu werden auch Projekte verkauft, doch ansonsten verfolgt Energiekontor einen organischen Ansatz und wächst nur so stark, wie es sich aus den Erträgen der eigenen Projekte selbst trägt.

Außerdem habe ich ein paar Aktien von Verbio gekauft. Vor einiger Zeit war ich noch recht unwissend am Standort des Unternehmens in Sachsen-Anhalt, für ein Windprojekt in der Nähe. Doch der Ansatz des Unternehmens ist interessanter als ich es damals wahrgenommen habe, den es stellt neben Biogas auch verschiedene Bio-Kraftstoffe her. Gerade mit Blick auf eine Umstellung der Mobilität werden Bio-Kraftstoffe an Bedeutung gewinnen. Ein CO2-neutrales Fliegen wird nur gelingen, wenn es möglich wird, Kerosin auf anderen Wegen herzustellen. Auch auf der Straße wird nicht jedes Auto mit Strom aus dem Akku fahren können. Deshalb werden biologische Kraftstoffe einen wichtigen Anteil an einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie haben.

Durch meine gute Quelle, die Internetseite, die mir stets neue Inspirationen für nachhaltige Anlageformen gibt, bin ich auch auf MIPS aufmerksam geworden. Das Unternehmen stellt vor allem Fahrradhelme her. Und mit dem Boom auf Fahrräder werden auch mehr Helme gebraucht.

Eine weitere Aktie aus dem Bereich Fahrräder ist die der Accell Group. Das niederländische Unternehmen vereint verschiedene Fahrrad-Marken, unter anderem die auch in Deutschland bekannte Marke Babboe. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Tage des klassischen Verbrennungsmotors gezählt sind und es immer mehr Regionen geben wird, wo das Auto durch anderen Mobiltätsangebote verdrängt wird. Dazu zähle ich auch Lastenräder, ob zum Transport von ein oder zwei Kindern, den Einkäufen oder auch für Waren auf der letzten Meile. Eine erfreuliche Entwicklung ist, dass es in Berlin nun auch eine Firma gibt, die Lastenräder als Sharing-Bike direkt auf die Straße bringt. All diese Entwicklungen sollten Aktien wie diese hier fördern.

Hier warte ich weiter ab

Das Unternehmen NIO habe ich hier gerade erst etwas ausführlicher vorgestellt. Der Aktienkurs macht immer mal wieder kleine Sprünge, die Hoffnung auf mehr machen. Ich warte hier weiter ab und setze darauf, dass es im Premium-Segment der Elektroautos mehr Platz gibt. Tesla gibt natürlich weiter den Ton an, doch ist auch viel bekannter als NIO und damit präsenter in den Nachrichten. Das muss ja nicht so bleiben. Ich finde den Ansatz von NIO überzeugend und habe nochmal einige Aktien nachgekauft.

Die Aktie der PNE halte ich auch trotz einiger Kursverluste weiter, weil das Unternehmen in Deutschland weiter große Projekte umsetzt und sich der Kurs deshalb auch wieder erholen sollte. Allgemein verändert sich der Markt in Deutschland und kleinere Projektentwickler haben es immer schwerer die Projektrisiken zu tragen. Viele sind mittlerweile Partnerschaften mit Geldgebern eingegangen. Deshalb werden es eher die Unternehmen sein, die viele Projektansätze verfolgen können, die langfristig auch erfolgreich bleiben. PNE gehört meiner Ansicht zu diesen Unternehmen in Deutschland.

Der Kurs der Nilfisk Holding, einem dänischen Hersteller von Reinigungsgeräten, schwankt in den letzten Monaten ziemlich. Da es aber im gesamten Jahr gute Kursgewinne gab, bleibe ich noch eine Weile dabei.

Ähnlich geht es mir mit den Aktien L’Occitane. Weil der Kurs eine deutliche Richtung nach oben hat und die Aktien noch nicht viel kosten, habe ich zwischendurch nochmal etwas nachgekauft. Der Trend mit Naturkosmetik sollte eigentlich anhalten. Und auch die Aktie der Umweltbank hat mich bisher nicht enttäuscht und konnte manch andere Verluste etwas ausgleichen. Weil weiter viele Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien entweder mit Krediten der DKB oder der Umweltbank finanziert werden, sollte sich diese Entwicklung fortsetzen.

Genauso ging es mit mit dem norwegischen Finanzunternehmen Storebrand, welches in den letzten Monaten regelmäßige Gewinne gemacht hat. Doch ich muss immer noch genauer hinschauen, was der Fokus von dem Unternehmen eigentlich ist.

ReneSola ist eigentlich ein weltweit führender Entwickler und Betreiber von Solarprojekten. Doch das Unternehmen musste ganz schön Verluste hinnehmen, die teilweise mit der Corona-Zeit begründet werden können. Es gibt schon ein paar Nachrichten, die darauf hindeuten, dass sich die Kurse wieder in eine bessere Richtung verändern. Und wenn die Projekte, an denen das Unternehmen dran ist was werden, dann kann das auch schnell gehen. Deshalb halte ich erstmal an dem Unternehmen fest und hoffe auf bessere Zeiten.

Die Aktie von REC Silicon ist schon seit ein paar Monaten auf einer Talfahrt, zwar weitestgehend im Seitwärttrend, doch insgesamt negativ. Der norwegische Hersteller von Silizium, der überwiegend in den USA produziert, profitiert von der Nachfrage nach Silizium für Akkus. Diese Aktie muss ich im Auge behalten, denn seitdem ich sie habe, musste ich schon etwas Verlust hinnehmen. Die Meinungen der Analysten sind auch geteilt, also sollte ich einen Verkauf in einer Aufwärtsbewegung in Betracht ziehen.

Ein Zwischenfazit: Der Kauf von einzelnen Aktien ist noch immer ein Abenteuer. Mangels passender Analysewerkzeuge in der App meines Brokers treffe ich jedoch bisher eher spontane Entscheidungen. Ich lasse mich von Hinweisen und Nachrichten leiten und treffe Kauf- und Verkaufsentscheidungen ohne wirkliche Bewertung der tatsächlichen Kurse. Auch Stoppsignale setze ich eher nach Gefühl. Ich sehe zwar schon, ob ein Kurs gerade eher steigt oder fällt, doch ich kann an den mir zur Verfügung stehenden Grafiken nicht einschätzen. Ich muss mir wirklich die Kurse in einer anderen Plattform genauer ansehen oder einfach gar nicht handeln, sondern nur kaufen und darauf hoffen, dass sie sich gut weiter entwickeln.

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